Das Traumpaar der Medien
VON EMANUEL K. SCHÜRER
Finanzsenatoren und Bankvorständen traut man Vieles zu, aber eine Karriere als Fernseh- und Medienstar nicht unbedingt. Schließlich wird ihnen traditionell kein hoher Unterhaltungswert zugeschrieben. Das hat sich als Irrtum erwiesen, seit ein gewisser Thilo Sarrazin vermehrt in den Nachrichten auftaucht. Sarrazin ist - da braucht man gar keine Vererbungslehre - ein ferner Nachkomme der Sarrazenen, jener muslimischen Völker also, die schon im frühen Mittelalter Angst und Schrecken im christlichen Europa verbreiteten. Der Schnurrbart zeigt seine Herkunft überdeutlich. Sein Name bestätigt die Diagnose. Genau diesem Sarrazin nun gruselt es ausgerechnet vor den Muslimen in Deutschland. Das ist so unterhaltsam, dass keine Talkshow mehr ohne den seltsamen Banker auskommt und die Bestellungen für sein Buch in die Höhe schießen. Er ist »in«. Skurriles kommt eben an in der heutigen Medienwelt.
Apropos skurril. Ein verwandter Fall ist die junge Frau namens Daniela Katzenberger. Ein Multitalent, das als »Reality-TV-Star«, Gelegenheits-Model, sogenannte Sängerin und Gastronomin firmiert. So jemand weiß: »Im Leben zählen die inneren Werte. Also auch Silikon.« Schließlich: »Was man nicht im Kopf hat, muss man im Körbchen haben.« Dabei ist - natürlich - Authentiziät alles: »Ich bin absolut künstlich, unnatürlich, aber dafür verstelle ich mich nicht.«
Nicht auszudenken: Sarrazin und die Über-Blondine im Doppelpack - das würde die Einschaltquoten in astronomische Höhen jagen.