Heimat und Welt
Die Lästerspalte

Besser schlafen mit »PowerPoint«

Von Ralf Grabowski

Der Chef schaut zur Tür rein und sagt: »Grabowski, heute Mittag, die Präsentation des neuen Projekts, die werden Sie machen!«

Würde Ihnen in einem solchen Moment heiß werden? Mir nicht mehr. Denn ich weiß, dass mehr als die Hälfte aller Teilnehmer in Vorträgen sowieso in Tagträume verfallen und jeder Fünfte auch schon eingeschlafen ist. So steht?s in einer neuen Studie. Deshalb muss man als Referent, der von seinem Thema nicht so richtig Ahnung hat, also keine Bange haben.

Damit die andere Hälfte der Teilnehmer auch noch einschläft, und nicht mit nervigen Fragen stört, verwenden Sie als Unterstützung ihres Vortrags einen Computer mit der Präsentations-Software »PowerPoint« und halten sich an folgende Ratschläge:

1. Bringen Sie auf den Folien so viel Text wie möglich unter. Schließlich wollen Ihre Zuhörer Fakten haben. Setzen Sie dafür die Schriftgröße entsprechend runter. Es ist egal, wenn die Folien bereits in der zweiten Reihe nicht mehr richtig lesbar sind, denn:

2. Lesen Sie die Folien Wort für Wort vor. Dann können Sie sich schon nicht verhaspeln. Und wie sagt man so schön: Doppelt hält besser.

3. Ihr Beamer kann viele bunte Farben darstellen. Also experimentieren Sie damit. Mischen Sie beispielsweise quietschgelbe Hintergründe mit grasgrüner Schrift. Ihr Vortrag wird sowieso sehr viele Folien haben: Lassen Sie Ihrer Kreativität also freien Lauf und gestalten jede Folie anders!

4. »PowerPoint« bietet wahnsinnig viele Animationen. Lassen Sie die Texte mal Buchstabe für Buchstabe von oben reintröpfeln, vom Winde verwehen oder sich ins Nichts auflösen. Ganz wichtig dabei: Die Animation muss nicht unbedingt zum Inhalt passen!

5. Nutzen Sie die Kraft der Zahlen. Garnieren Sie Ihren Vortrag mit umfangreichen Tabellen, und setzen Sie dabei möglichst viele Werte (denken Sie auch an mindestens zwei Nachkomma-Stellen!) untereinander in Bezug. Das Gleiche gilt für Diagramme - viel hilft auch dabei viel. Seien Sie in diesem Fall jedoch sparsam mit den Farben. Stellen Sie mehrere Zahlenwerte in einer Matrix dar, nutzen sie Farbwerte, die eng beieinanderliegen.

Halten Sie sich an diese Tipps, dann werden Sie keine Widerworte aus Ihrem Publikum hören, das verspreche ich Ihnen.
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