Auto
Fahrbericht - Der Mitsubishi i-MiEV ist ein komfortables Elektroauto mit beachtlicher Reichweite

Rasant im Antritt - ruhig voran

VON IRIS KREPPENHOFER

Ab auf die Terrasse: Der i-MiEV lädt sich an jeder Steckdose auf. FOTOS: PR
REUTLINGEN. Schon die Anreise unseres Testwagens i-MiEV (sprich: ai miu) von Mitsubishi zeigte die Grenzen dieses ungewöhnlichen Fahrzeugs auf: Auf der Pritsche eines Transporters erreichte das Elektroauto den GEA, denn die Fahrt von Rüsselsheim nach Reutlingen hätte eine Übernachtung des Fahrers erfordert. Doch wer nicht mehr als 150 Kilometer am Stück fahren möchte, ist in dem kompakten Viersitzer komfortabel bei preisgünstigem Unterhalt unterwegs.

Ist die Hürde des stattlichen Anschaffungspreises von knapp 35 000 Euro genommen, wird der Geldbeutel ziemlich geschont: Der Hersteller gibt eine dreijährige Fahrzeuggarantie (bzw. bis 100 000 Kilometer), der Wagen ist ab dem ersten Tag der Zulassung für fünf Jahre steuerfrei, die Kaskoeinstufungen sind günstig und - vor allem - eine vollständige Batterieladung ist am eigenen Stromnetz für weit unter zehn Euro zu haben, je nach eigenem Stromanbieter. Auch für die Batterie und die wichtigsten Elektrokomponenten (wie Inverter und Motor) gibt es eine Garantie von fünf Jahren bis zu 100 000 Kilometer.



Einfach geladen

Es ist wirklich kein Aufwand, dem Auto mit dem fünf Meter langen Ladekabel an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose in der Garage wieder Leben einzuhauchen. In sechs Stunden, also am besten über Nacht, ist die Lithium-Ionen-Batterie im Fahrzeug-Unterboden wieder zu hundert Prozent geladen und die Fahrt zur Arbeit am nächsten Morgen kann nach dem Ziehen des Steckers losgehen.

Wer eine Schnellladestation (maximal 50 kW) anfährt, die kaum zu finden ist (Park & Ride-Stationen oder Parkplätze mit Ladestationen), kann in einer halben Stunde die Batteriekapazität auf 80 Prozent bringen - dies über einen dreiphasigen Drehstromanschluss auf der linken Fahrzeugseite.

Energierückgewinnung

Gestartet wird lautlos. Nach Drehen des Schlüssels erscheint »ready« im Display, das Auto ist fahrbereit. Die Fahrmodi des i-MiEV werden über einen Schalthebel, vergleichbar mit einem konventionellen Automatikgetriebe, aktiviert. Die Funktionen entsprechen mit P (Parken), R (Rückwärtsgang), N (Leerlauf) und D (Fahrstufe) ebenfalls dem eines normalen Automatikgetriebes.

Darüber hinaus gibt es zwei spezifische Positionen des Automatikganghebels: B steht für Bremse und nutzt Bergabfahrten zur Energie-Rückgewinnung, C bedeutet Comfort und verringert den Energie-Rückgewinnungseffekt im Schubbetrieb - wie bei längeren Überlandfahrten.

Beifahrer sind immer wieder überrascht, wie rasant das Elektroauto aus dem Stand abzieht. In der für die Wiederaufladung der Antriebsbatterie günstigsten Position B wird nur spürbar, dass beim Gaswegnehmen der Wagen schneller herunterbremst und an Fahrt verliert, was aber im Stadtverkehr selten stört. Die spitzenmäßige Beschleunigung bleibt auch in »B« erhalten.

Schön ist dabei natürlich die Ruhe des Elektroautos. Ähnlich wie beim Radfahren hilft manchmal nur die Hupe, um Fußgänger auf sich aufmerksam zu machen. Der knapp 3,50 lange i-MiEV erreicht mit seinen 49 kW/67 PS immerhin Tempo 130.

Gut ausgestattet

Das seit dem vergangenen Frühjahr im deutschen Handel präsente Großserienfahrzeug bietet bei acht Farbvarianten viel Ausstattung serienmäßig. Dazu zählen ein lederummanteltes Lenkrad und Schaltknauf, Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Außenspiegel ebenso wie eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, LED-Rückleuchten und eine Licht-Abschaltautomatik.

Der Sicherheit dienen Fahrer-, Beifahrer-, Kopf- und Seitenairbags vorn, ABS mit Bremsassistent, das elektronische Stabilitäts-Traktionskontrollsystem MASC sowie Isofix-Halterungen für Kindersitze.

Bei einem Unfall wird das aus 88 Zellen bestehende Lithium-Ionen-Batteriepaket im Stauraum unter dem Fahrzeugboden durch einen stabilen Rahmen geschützt. Der so erzielte tiefere Schwerpunkt bringt Fahrstabilität und ermöglicht ein agiles Handling des Wagens. Und durch diese Bauart bleibt ein großzügiger Innenraum für bis zu vier Passagiere erhalten. Auch der Gepäckraum mit einem Ladevolumen von 227 Litern und bei umgeklappten Rücksitzen von 860 Litern ist passabel.

Natürlich ist ein Elektroauto emissionsfrei unterwegs. Für Umweltbewusste ist dennoch klar, dass die Ökobilanz nicht so gut aussieht, wenn der Energieaufwand bei der Produktion und die gewöhnlich kein Autoleben lang haltenden Batterien berücksichtigt werden.

Der i-MiEV kann besonders mit seinen niedrigen Unterhaltskosten und viel Komfort punkten. Dazu kommt der laut Mitsubishi deutlich niedrigere Wartungsbedarf gegenüber Fahrzeugen mit konventionellem Motor. Und nicht zuletzt der Fahrspaß. (GEA)



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