Auto
Fahrbericht - Neue Version einer gut 25 Jahre alten Ikone: Mazda MX-5 RF mit elektrischem Hardtop

Komfort-Roadster

VON IRIS KREPPENHOFER

reutlingen. So ein schönes Auto. Harmonisch designed wie aus einem Guss von den schicken Sehschlitzen über die schnittige Seitenlinie bis zu den kreisrunden Heckleuchten. Mazda verlieh dem aktuellen MX-5 ein versenkbares Hardtop im sogenannten Fastback-Design, bestückte den Roadster mit mehr Komfort und nannte ihn MX-5 RF.Cabrio-Feeling gibt's auf Tastendruck, elektrisch faltet sich das großflächig verglaste Dach hinter den Passagieren des Zweisitzers zusammen und versinkt dreigeteilt in insgesamt 13 Sekunden hinter den Sitzen unter einer Abdeckung, während das hintere Dachteil mit seine Heckfinnen zurück in seine äußere Position fährt. Dieses Elektro-Hardtop ist einer der Gründe, warum Mazda die RF-Version des beliebten MX-5 als »Komfort-Roadster« bezeichnet. Die Roadster-Ikone kam zwar in gut 25 Jahren in immer wieder aktualisierten Ausführungen bereits gut eine Million Mal auf den Markt. Der MX-5 hat aber auch den Ruf, nicht gerade für Komfort und Ganzjahrestauglichkeit zu stehen - nicht zuletzt wegen seines Stoffdachs. Deshalb brachte der japanische Hersteller jüngst die RF-Variante heraus. Wir fuhren sie für einige Tage.

Sportlich gefedert

Kraftvoll bringt der MX-5 RF in der Version Sky-activ-G 160 mit einem 118 kW/160 PS starken Zweiliter-Benziner voran. Das Sportfahrwerk und die direkt agierende Lenkung schaffen eine direkte Verbindung zur Straße, was besonders bei kurvigen Ausfahrten ein launiges Fahrvergnügen bereitet. Auf Langstrecken verträgt allerdings nicht jeder Rücken die relativ harte Federung, die Bodenunebenheiten spüren lässt. Auch der tiefe Einstieg und insbesondere der Ausstieg erfordern eine gewisse Sportlichkeit der Passagiere.

Japanische Idealmaße

Nach dem Eintauchen in das formschöne Interieur mit handschmeichelnden Oberflächen aus Aluminium und Leder mit roten Ziernähten - zumindest in der Ausstattung Ignition - empfangen uns schicke Sportsitze. Sie muten zunächst etwas eng an - da war wohl ein Designer mit japanischen Idealmaßen am Werk. Doch die Insassen lernen den guten Seitenhalt bei flotten Kurvenfahrten zu schätzen. Bei sommerlichen Temperaturen offen unterwegs, umfächelt sie ein angenehmes Lüftchen, da von hinten die Karosserie schützt. Nur bei Sitzriesen oder Hünen ab etwa 1,80 Meter kommt das Haupthaar kräftig in Bewegung.Einige Assistenten unterstützen den Fahrer, beispielsweise erleichtern akustische und optische Signale das Halten der Spur und ihren Wechsel, das Fernlicht aktiviert sich automatisch, wenn außerorts kein Gegenverkehr in Sicht ist, und auch das automatisch Kurven ausleuchtende Licht der schicken LED-Scheinwerfer erleichtert dem Fahrer das Leben. Neben mehr Komfort samt Hardtop liegt auch ein Unterschied des MX-5 RF zum MX-5 darin, dass er eine um 40 Kilogramm verstärkte Dämmung verpasst bekam. Moderne Technik findet sich in der Roadster-Legende zudem in Form von Bremsenergierückgewinnung, i-Eloop genannt, und einem Start-Stopp-System, um Kraftstoff zu sparen. Apropos: Auch bei immer wieder rasanter Fahrweise lässt sich das 1 300 Kilogramm-Leichtgewicht mit unter sieben Litern auf 100 Kilometern bewegen. Aktuelle Technik fürs Handy ist an Bord. Und ein Bose-Soundsystem verstärkt akustisch das Fahrvergnügen. Insgesamt war der schicke Flitzer ein Genuss bei jedem Wetter und wir gaben ihn etwas wehmütig zurück. (GEA)

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