Auto
Neuvorstellung - Citroën schickt seinen neuen DS 3 gegen Mini und Fiat 500 ins Rennen

Der Kleine mit dem Kult-Faktor

VON MARION SCHRADE

Sportlich-kompakt statt rund und knuffig: der neue Kleinwagen DS 3 von Citroën. FOTOS: PR
BERGISCH GLADBACH. Müssen die Fußmatten perfekt zum Zebramuster auf dem Dach passen? Ist ein quietschegelber Schaltknüppel schöner als ein schwarzer? Und braucht man einen Parfumspender im Auto? Darüber lässt sich streiten. Fakt ist: Der neue Citroën DS 3 ist was für Individualisten mit Liebe zum Detail.

Wer im Katalog blättert, fühlt sich ein bisschen wie beim Tuner: Frei nach dem Motto »Bastel dir dein Traumauto« gibt es unzählige, frei kombinierbare Ausstattungsvarianten und Features. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemals zwei völlig identische Fahrzeuge vom Band rollen werden, ist ausgesprochen gering.

Anti-Retro-Design

Ein bisschen Extravaganz muss schließlich auch sein, wenn man sich mit echten Kult-Autos anlegen will. Citroën schickt seinen DS 3 gegen Mini und Fiat 500 ins Rennen um die Gunst junger, Lifestyle-orientierter Käufer. Die Strategie: Konkurrieren, aber nicht kopieren.

Der französische Autobauer sucht die Opposition: Man will alles sein - bloß nicht »retro«. Auch wenn das der Name vermuten lassen würde. Mit dem DS von 1955, der legendären Göttin, hat der DS der neuen Generation allerdings nichts zu tun. Im Jahr 2010 steht DS für Differenzierung und Sportlichkeit.

Der Kleinwagen DS 3 wird auf Basis des C 3 gebaut. Im kommenden Jahr soll die Reihe analog um DS 4 und DS 5 ergänzt werden.

Mit seinem älteren Bruder, dem C 3, hat der DS 3 wenig Ähnlichkeit - zumindest optisch. Anstatt knuffiger Rundungen hat der DS 3 eine kompakte, fast stämmige Statur. Sein Markenzeichen ist die »Haifischflosse«: Eine auffällig geformte und spitz auslaufende B-Säule, über der das Dach förmlich zu schweben scheint.

Technisch allerdings fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Der DS 3 unterscheidet sich vom C 3 vor allem durch seine straffere Abstimmung. Härtere Federn und eine reaktionsfreudige, direkte Lenkung sorgen dafür, dass der Kleinwagen nicht nur sportlich aussieht, sondern sich auch so fährt. Zur Wahl stehen vier Benziner- und drei Diesel-Motorisierungen von 92 bis 156 PS. Für 15 200 Euro bekommt man schon ein ordentlich ausgestattetes Auto, das Top-Modell liegt bei 20 700 Euro.

Bei der von uns getesteten THP 150-Version mit 156 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe geht schon was. Das Wägelchen grollt und bollert vor allem im niedrigeren Drehzahlbereich schön im Sportler-Sound, liegt knackig auf der Straße und macht kurz gesagt großen Spaß.

Das Cockpit ist schön aufgeräumt und übersichtlich, die Instrumente lassen sich intuitiv bedienen, ohne dass große Erklärungen nötig sind. Fahrer und Beifahrer können es sich durchaus bequem machen, auf den hinteren Plätzen allerdings ist es nicht ganz so gemütlich.

Citroën verspricht einen geräumigen Innenraum. Theoretisch passen fünf Leute in den DS 3. Für den Weg vom Kino nach Hause ist es völlig okay, die Knie an die Rückenlehne des Vordersitzes zu quetschen. Für die Fahrt ins Blaue am Sonntag mit der ganzen Clique reicht's eher nicht.

Für Menschen, die meist allein oder im Doppelpack unterwegs sind, ist der DS 3 aber eine sehr gute Wahl. In den Kofferraum passt immerhin mehr als das berühmte Handtäschchen oder die Bierkiste: Reisegepäck für zwei findet genügend Platz.

Varianten ohne Ende

Der DS 3 ist klein - was leider nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit übersichtlich ist. Das Auto passt zwar in (fast) jede Parklücke. Die Rundumsicht, die notwendig ist, um es in Selbige zu manövrieren, ist allerdings eher bescheiden.

Nicht nur zuverlässige Parksensoren, sondern auch die optischen Vorzüge des DS 3 trösten darüber hinweg. Das Design ist innen und außen durchweg gelungen. Und weil der kleine Franzose vor allem etwas für Individualisten sein will, bietet Citroën eine schier unerschöpfliche Fülle von Wahlmöglichkeiten.

Drei Ausstattungsvarianten bieten allerhand Praktisches und Hübsches vom ESP bis hin zu Alu-Pedalen. Zu den elf Karosserie-Farben gibt es jeweils zwei bis fünf kontrastierende Farben plus Klebefolien fürs Dach in vier Designvarianten von Tattoo bis Zebra. In Sachen Innenausstattung kann der Kunde sogar Armaturenbrett, Schaltknüppel und Fußmatten nach Lust und Laune aufeinander abstimmen.

Wie viele Kombinationsmöglichkeiten es insgesamt gibt? Freunde mathematischer Spielereien hätten wohl ihre helle Freude daran, das auszurechnen. Alle anderen würden schlichtweg daran verzweifeln. (GEA)



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