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Aktuell Zeitung macht Schule

Die Band mit dem gewissen Etwas

REUTLINGEN. Über die Medien werden uns fast täglich neue Bands oder Solo-Künstler vorgestellt. Sie entstehen oder werden gecasted, landen einen Hit, lösen sich wieder auf. Ein Teil der Musiker startet eine Solokarriere, mit dem Ziel, den Erfolg, den sie in der Band erfahren durften, fortzusetzen. Oder die Newcomer haben keinen Erfolg und verschwinden genauso lautlos wie sie aufgetaucht sind. »Skylla«, einer Mädchenband aus Reutlingen, soll nun ein Schritt weiter in Richtung Erfolg ermöglicht werden.

Die Band besteht seit Juni 2003 aus vier Schülerinnen: der Leadgitarristin und Sängerin Paulina Kammerlocher, der Bassistin und Sängerin Rosa Stecher, der Gitarristin Katharina Seithz und der Schlagzeugerin Margot Cichy. Der Name »Skylla« stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet ein Meeresungeheuer mit zwölf Füßen und sechs Köpfen auf schlangenartigen Hälsen. Skylla hat sechs Gefährten von Odysseus auf dem Gewissen.

Ein Ungeheuer stand Pate

Die Reutlinger Band probt ein Mal die Woche in einem Proberaum der Musikwerkstatt im Haus der Jugend. Ihre Musikrichtung bezeichnen die Mädchen als Alternative Rock, inspiriert von Bands wie Muse, Placebo, Nirvana, Hole oder Evanescence.

Einer ihrer ersten öffentlichen Auftritte war beim Festival auf dem Marktplatz in Reutlingen, auf den noch rund 15 weitere Gigs in verschiedenen Locations folgten. Durch befreundete Bands aus Reutlingen erfuhren sie dann von »Regio Musik Spot«, einer von Stuttgart inspirierten und in Kooperation mit dem Kultur-Café »Nepomuk« durchgeführten Initiative, bei der Newcomer-Bands mit einem maximalen Durchschnittsalter von 25 Jahren die Chance bekommen, gegen andere Bands anzutreten, um so ihr Können unter Beweis zu stellen.

Der durchaus attraktive Nebeneffekt hierbei ist, dass es unter den jeweils ausgewählten drei Bands keine tatsächlichen Verlierer gibt. Der erste Preis ist ein Tag im Artist Studio Sven Gallenzki, der zweite ein 100 Euro- und der dritte Preis ein 50 Euro-Gutschein, einzulösen im Reutlinger Musikladen von Max Herfert.

In der Jury dieses Contest sitzen unter anderem Jugendkulturreferent Klaus Kupke vom Reutlinger Amt für Schule, Jugend und Sport und Birgit Neugebauer, die Leiterin der Musikwerkstatt im Haus der Jugend.

In einem Gespräch verriet sie uns, nach welchen Kriterien die Jury die Siegerband auswählt. So spielen die Wirkung der Band auf das Publikum und ihr Zusammenspiel eine sehr große Rolle. Weitere Punkte sind die Instrumentenbeherrschung, die Stimme beziehungsweise Stimmen der Bands und ihre Kompositionen. Wichtig für die Jury ist es, nicht nur Sieger auszuwählen, sondern auch konstruktive Tipps und Verbesserungsvorschläge zu geben.

Nachdem sich die Bandmitglieder von »Skylla« beworben hatten, wurden sie am 18. Oktober dieses Jahres zu einem Nachwuchswettbewerb der Region Reutlingen im »Nepomuk« eingeladen, aus dem sie als Sieger hervorgingen. Laut Birgit Neugebauer bestach die Mädchenband hauptsächlich durch die Sympathie und Ausstrahlung, die sie auf der Bühne rüberbrachten. Mit abwechslungsreicher Musik und frechen Sprüchen konnten sie das Publikum mitreißen. Birgit Neugebauer beschreibt den Sound der Band als frisch und anders, »mit dem gewissen Etwas«. Originalzitat Birgit Neugebauer: »Sie haben Spaß gemacht mit ihrer jugendlichen Frische.« (ZmS)



Kerstin Artzner, Christian Breuning, Liana Joselal und Ismail Özpinar, Isolde-Kurz-Gymnasium, Klasse 10d