Orts-Check - Bilanz der GEA-Umfrage-Aktion: Es lebt sich fast überall gut in Sondelfingen, nur nicht an der L 387a
Wenn bloß der Verkehr nicht wär'
Von Heike Krüger
REUTLINGEN-SONDELFINGEN. Zufriedenheit steht am Ende des Sondelfinger Orts-Checks. Denn das Gros der Einwohner bewertet die Lebensqualität am Flecken unterm Strich mit gut. Einzig die Verkehrsbelastung - und hier ganz besonders die tägliche Lkw-Karawane - sorgt für ernsthaften Unmut und schmälert das Wohlbefinden. Sie, soviel steht fest, stinkt den Einwohnern gewaltig. Der Abgase wegen, aber auch weil die Blechlawine lärmt und sich oft genug über Tempo-Limits hinwegsetzt.
Mehr Bus, weniger Auto - das wünschen sich Bewohner des »Efeu«.
FOTO: Gerlinde Trinkhaus
Bald zwei Kilometer lang ist Sondelfingens Hauptverkehrsader, die L 378a, innerorts als Reutlinger/Reichenbachstraße ausgeschildert. Mit nur fünf beampelten Fußgängerfurten bestückt und ohne Radweg birgt sie, wie Bürger tagein, tagaus beobachten können, Gefahren. Die Crux: Weil es sich um eine Landesstraße handelt, beißt die Kommunalpolitik regelmäßig auf Granit, wenn es darum geht, den Verkehrsfluss auszutrocknen. Kein Wunder also, dass Ortschaftsrat und Bürgerschaft eine Herabstufung auf Kreisstraßenebene ersehnen.
Ein Herzenswunsch, der übrigens alle anderen Begehrlichkeiten in den Schatten stellt. Ob betreutes Seniorenwohnen, innerörtlicher Jugendtreff oder verbesserte Nahversorgung, ob zusätzliches Bauland oder bessere Busanbindungen des »Efeu« an »Sofis« Mitte - all diese Anliegen, so der Eindruck nach Auswertung von Frage-Coupons, Telefon-Interviews und Vor-Ort-Termin, verblassen vor dem einen, dem großen Ziel: den Durchgangsverkehr zu minimieren und auszubremsen.
Diskutiert wird dies übrigens schon lange. Seit drei, wenn nicht gar vier Dekaden kocht das Thema immer wieder hoch. Und so mancher mag gar nicht mehr an eine Lösung glauben. Davon künden jedenfalls Randbemerkungen der Orts-Checker, in denen unterdrückte Wut und offene Enttäuschung anklingen - unter anderem über das Reutlinger Rathaus, von dem sich manch' verkehrsgeplagter Sondelfinger schnöde im Stich gelassen fühlt. Veräppelt wähnt man sich hingegen beim Thema »Ermstalbahn«. Denn dass Regionalzüge bis heute nicht am Sondelfinger Bahnhof halten, das hat für die aus vielerlei Gründen Richtung Bad Urach orientierte Gemeinde vor allem eines: die Güte eines derben Schwabenstreichs. (GEA)
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