Leserreisen
GEA-Leserreise - Kuba hautnah erleben und entdecken

Königin der Karibik

VON STEPHAN KÖRTING

Keine 200 Kilometer vom Südzipfel Floridas entfernt, enthüllt die »Königin der Karabik« ihre Reize: Kuba brilliert mit makellosen Stränden, tiefen Regenwäldern und üppiger Vegetation. Und so machen wir uns auf den Weg die westliche der Großen Antillen und ihre koloniale Vergangenheit zu entdecken.

Leserreise in Kuba 2016
Foto: Körting
Nach knapp 11 Stunden Flug erreichen wir am ersten Tag die Inselhauptstadt Havanna und unser Hotel »Parque Central« im Herzen der Altstadt im Kolonialstil. Am zweiten Tag gehen wir bei einem Stadtrundgang auf Erkundungstour durch die Gassen und über die Plätze der Habana Vieja, der Altstadt. Zwischen Plaza de la Catedral im Norden und Plaza San Francisco im Süden gibt es prächtige Paläste, Kirchen und Wohnhäuser zu bewundern. An der Plaza de Armas schlägt das historische Herz der Stadt, wo auf einer Statue umrahmt von mächtigen Königspalmen der Nationalheld Carlos Manuel Céspedes einen Ehrenplatz gefunden hat. An einem Ende des Platzes das kleine Castillo de la Real Fuerza, das älteste Kubas, nebenbei die kleine Kirche El Templete, die an die erste Messe zur Gründung Havannas erinnert. Auf der schön restaurierten Plaza de San Francisco entdecken wir schließlich den marmornen Löwenbrunnen. Nur ein paar Schritte weiter in der Calle Emperado ist es in der Bodeguita del Medio Zeit für unseren ersten Mojito, dort, wo auch Hemingway ihn am liebsten trank. Nur einen Katzensprung weiter öffnet sich die Plaza de la Catedral mit dem Hauptanziehungspunkt, der Catedral de La Habana, einem Jesuitenbau aus dem 18 Jahrhundert. – Nach der Mittagspause erreichen wir mit dem Bus den Malecon, die populäre Flaniermeile, die 7 km lange Küstenstraße von Havanna. Vorbei am legendären Hotel Nacional de Cuba fahren wir zur Plaza de la Revolución auf dem Fidel Castro am 1. Mai 1959 seine flammende Rede an die Kubaner hielt. Zum Ende des Tages lassen wir bei einem Abendessen in einem privaten Restaurant einer kubanischen Familie, einem sogenannten »Paladar«, den Tag Revue passieren.

Am dritten Tag heißt es improvisieren, denn das Hemingway-Museum hat geschlossen und so ziehen wir unseren Ausflug nach »Fusterlandia« vor. In einem Stadtteil von Havanna lebt José Fuster, der Picasso der Karibik. Fuster gestaltet farbenfrohe Hauswände, Dächer, Hauseingänge, Sitzbänke, Skulpturen und Mosaiken. Im Laufe der Zeit veränderte er in Zusammenwirken mit den Hausbesitzern mehr als 80 weitere Hausfassaden in dem Stadtteil. Am Nachmittag bleibt dann nach einem Daiquiri in der Traditionsbar »Floridita« noch genügend Zeit, Havanna auf eigene Faust zu erkunden, bevor am Abend das berühmte Cabaret Tropicana auf dem Programm steht. Hin- und Rückfahrt genießen wir dabei in den für Kuba weltbekannten Oldtimern.

Traumhaftes Tal von Vineales

Am Nationalfeiertag fahren wir ins Land der Tabakbauern – nach Pinar del Rió, einer Provinz, die durch ihren ländlichen Charakter bezaubert. Beim Besuch einer Zigarrenfarm werden wir zunächst von der Chefin persönlich in die Herstellung eingewiesen, bevor sich im Tal von Vineales die buckligen Kalksteinhügel, die Mogotes, in den Himmel recken. Bei einer Bootsfahrt entdecken wir die schönen Tropfsteinformationen der unterirdischen Indianerhöhle »Cueva del Indio«. Nach dem Mittagessen in Pinar del Rio besuchen wir den »Tabakbaron« des Tales in seiner Zigarrenmanufaktur bevor wir anschließend zum Mogote »Dos Hermanas« fahren, einem Felsengemälde, das die Evolutionsgeschichte des Menschen beschreibt.
Auf dem Rückweg nach Havanna legen wir noch einen kurzen Stopp auf dem Aufsichtspunkt »Los Jazmines« ein und genießen ein letztes Mal den traumhaften Blick auf das Vineales Tal.

Hemingway und Salsa

Der fünfte Tag steht ganz im Zeichen von Hemingway und der Musik. Am Vormittag fahren wir zunächst in das Fischerdorf Cojimar, das Hemingway als Kulisse für seinen Nobelpreis-Roman »Der alte Mann und das Meer« diente. Anschließend geht‘s in den kleinen Ort San Francisco de Paula mit der Finca La Vigía. In dieser kolonialen Villa lebte Hemingway und hat seine berühmtesten Werke geschrieben, im Garten Hemingways Fischerboot »Pilar«. – Am Nachmittag heißt es dann bei einem Salsa-Kurs über den Dächern der Stadt kubanische Lebensfreude spüren und den Abend lassen wir bei einem Live-Konzert in einem typischen kubanischen Musiklokal im Stile des Buena Vista Social Clubs ausklingen.

Am sechsten Tag nehmen wir Abschied von Havanna und fahren nach Cienfuegos – der Perle des Südens. Auf dem Weg in die Innenstadt machen wir Halt auf der Halbinsel Punta Gorda, in deren Mittelpunkt der Palacio de Valle steht, ein Palast in Maurengotik, der an ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht erinnert. Im Zentrum von Cienfuegos präsentiert sich besonders charmant der Platz Parque Martí mit einem Denkmal des Nationalhelden José Martí, dem hübschen Pavillon Glorieta und eine Art Triumphtor zur Erinnerung an die Republikgründung im Jahr 1902. Das eindrucksvollste Gebäude ist das Teatro Tomás Terry mit seinem Theatersaal aus Mahagoni, in dem auch Enrico Caruso zu Gast war.

Weite Zuckerrohrplantagen prägen das Landesinnere in der im Zentrum Kubas gelegenen Provinz Sancti Spíritus. Im 18. und 19. Jahrhundert waren sie die Grundlage für den Reichtum der Zuckerbarone, die vornehmlich in Trinidad residierten, dem nächsten Stopp unserer Reise. Wahrzeichen Trinidads ist der Barockturm des Convento de San Francisco de Asis. Das Herz der Altstadt schlägt an der kleinen Plaza Mayor, einem Platz verziert mit Königspalmen, weißen Zäunen und schmiedeeisernen Bänken. Bei einem Spaziergang können wir die engen Gassen, schönen Innenhöfe und kleinen Plätze mit holprigem Kopfsteinpflaster auf eigene Faust erkunden. Nach einem erfrischenden Cocktail »La Canchanchara« aus Rum, Honig und Limettensaft geht es weiter nach Santa Clara. Die moderne Provinzhauptstadt verdankt ihre internationale Bekanntheit Che Guevara, der hier seine letzte Ruhestäte gefunden hat. Am Plaza de la Revolución besuchen wir seine Begräbnisstätte, dort steht auf einem 6 Meter hohen Sockel Che Guevara als Bronzestatue, bewaffnet und in Kampfuniform. Bevor es weiter nach Varadero geht, besuchen wir in Santa Clara noch das »Monumento al Tren Blindado«: entgleiste gepanzerte Waggons, ein Bulldozer, mit dem die Rebellen die Eisenbahnlinie lahmlegten, und ein Betondenkmal erinnern an die größte militärische Leistung Che Guevaras, den Sieg über den Diktator Batista.

Nach vielen kulturellen Tagen auf Kuba gibt es am vorletzten Tag unserer Reise Tropenstimmung und Entspannung in Varadero mit seinem scheinbar endlos langen Sandstrand. Und wer trotzdem Lust auf Abenteuer hat, der kann auf einer Seafari zum Cayo Blanco schnorchelnd ein Korallenriff erkunden oder Sonne und Meer auf dem Katamaran genießen.

Am letzten Tag heißt es Abschied nehmen von der »Königin der Karibik«. Ob Kunst und Kultur oder Revolution und Strand – wir haben alle Facetten Kubas kennengelernt und auf die Teilnehmer ist ganz sicher der karibische Funke übergesprungen. (GEA)


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Foto: Körting
 
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