Leserbriefe
Theater/Zum Bericht »Ein Krimi der Gefühle«, GEA vom 6. 11. per E-Mail

»Werther, warum erst jetzt?«

»Werther, warum?«, so heißt das Theatersolo, das derzeit im Theater in der Tonne gespielt wird. Und als Lehrer, der sich mit seinen Schülern immer wieder aufs Neue mit Goethes frühem Werk auseinandersetzte, mag man hinzufügen: Warum erst jetzt?

Drei Jahre lang war Goethes Briefroman Pflichtlektüre in allen Abschlussklassen des Berufskollegs. Drei Jahre lang hätte man Schulen, Lehrern und besonders Schülern einen spannenden Zugang zu einem für viele sperrigen Werk weisen können. Drei Jahre lang hätte man Schülerinnen und Schüler aus Reutlingen, Tübingen, Metzingen, Bad Urach und vielleicht auch aus Esslingen etc. mit einer modernen Version eines alten Stoffs nach Reutlingen ziehen können. Jetzt aber, wo eben diese Schularten sich Büchners Woyzeck zuwenden (müssen), spielt man in Reutlingen den Werther.

Natürlich wird man hier schnell die künstlerische Freiheit der Intendanz bemühen, die unter gar keinen Umständen, und schon gar nicht für schnöden Mammon, angerührt werden dürfe. Und dennoch hätte ich mir gewünscht, dass dieser Werther schon vor ein, zwei oder drei Jahren aufgeführt worden wäre: Zum Nutzen der Schüler, aber auch zum Nutzen des Theaters selbst. Denn nur die jungen Leute kommen später zumindest gelegentlich ins Theater, die dieses Medium in ihrer Schulzeit auch schon kennenlernten.



Stefan Fuchs, Reutlingen

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