Leserbriefe
Zum GEA-Artikel »Zwei Tage gesperrt« vom 3.2.

»Softwareupdate im Tunnel«

»Deutschland verschläft die Digitalisierung.« Diese oder eine ähnliche Formulierung liest man in letzter Zeit vermehrt in der Presse, dass es dabei aber um mehr geht als nur um den - zu Recht häufig angesprochenen - Breitbandausbau, kommt mitunter zu kurz. Ein Beispiel gibt es diese Woche in Pfullingen zu sehen.

Der Ursulabergtunnel wird zwei Tage lang für den Verkehr gesperrt, weil Teile der Steuerung des Tunnels ein Softwareupdate erhalten. Bei dem Tunnel handelt es sich zweifelsohne um ein wichtiges Element der Verkehrsinfrastruktur. Der absehbare Fall eines Softwareupdates im Betrieb wurde aber offenbar bei der Planung nicht hinreichend berücksichtigt. Software ist für unseren Staat größtenteils immer noch »Neuland«, wie es die Kanzlerin nannte. Deshalb wird mit ihr allzu oft so verfahren, als wäre sie etwas Altbekanntes, mit dem man umzugehen weiß, wie ein Bauwerk. Doch dieses tradierte Denken schränkt unnötig ein. Man kann - entsprechende Planung vorausgesetzt - Softwareupdates sehr wohl unter Aufrechterhaltung des Betriebs einspielen.

Oder glaubt irgendjemand, dass der Flughafen Stuttgart es sich freiwillig leisten würde, den kompletten Flugbetrieb für zwei Tage einzustellen, um Software zu aktualisieren? Weniger komplex sind die IT-Systeme des Flughafens definitiv nicht und die Sicherheit muss sowieso gewährleistet sein.

Wo ist also der wesentliche Unterschied zum Tunnel? Beim Flughafen ist der Betreiber selbst vom Stillstand betroffen und trägt den wirtschaftlichen Schaden. Beim Ursulabergtunnel dagegen zahlen wir Bürger die Zeche.

Jochen Wittner, Trochtelfingen



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