Lichtenstein/»Für die Sicherheit muss der Wald weichen« vom 10. Juli
»Sinnlose Zerstörungsabsicht«
Im tiefen Wald
Im friedlichen Forst, tief drin im Wald
oh freudig - Seele - Aufenthalt.
Von Menschen Tun ist keine Spur
so lieblich ruhet die Natur.
Hier grünt dem scheuen Waldgetier
ein unverbrauchtes, still Revier.
Die Blume, die den Wald hier schmückt,
wird nicht durch Menschenhand gepflückt.
Manch Baum wächst dort viel hundert Jahr
und nur Orkan, bringt ihm Gefahr.
Kein Störenfried, kein jagend Hund
durchstreifet diesen Eichengrund.
Vom Lärm der Menschen-Welt soweit
oh friedlich, stille Einsamkeit.
Dieses wunderschöne Gedicht hat ein Lichtensteiner verfasst - Peter Leitheim.
Seit vielen Jahren ist der Honauer Albaufstieg mit seinem Wald ein vertrauter Anblick. Niemand kann sich vorstellen, dass von den Bäumen ernsthaft Gefahr ausgehen könnte. Doch Lichtensteins Förster Lutz malt ein Schreckensszenario: Bäume würden Häuser, Straßen und Radwege bedrohen, ja der ganze Hang komme ins Rutschen und könnte die Gemeinde Lichtenstein bald unter sich begraben. Bevor die scheinbar unabwendbare Katastrophe hereinbricht, scheint es für die Lichtensteiner nur noch einen Ausweg zu geben: Der Wald muss weg!
Bei so viel Panikmache hat sich wohl kein Mitglied des Technischen Ausschusses und des Honauer Ortschaftsrats mehr getraut, etwas gegen diese sinnlose Zerstörungsabsicht zu sagen. Werden die Lichtensteiner Bürger tatenlos zuschauen, wie ein Teil ihrer Heimat im Herbst vernichtet wird? Noch könnten sie dagegen etwas unternehmen - Glücklicherweise hat Förster Lutz sein Revier nicht im Schwarzwald, sonst würde er dort den kompletten Wald abholzen lassen. Schließlich bedrohen Bäume Leib und Leben der ganzen Region!
Eckhardt Groß, Sonnenbühl