Leserbriefe
Konflikte/Jemen/Zum Bericht »Ein Land in der Falle«, GEA vom 10. 11. per E-Mail

»Mitschuld am Elend im Jemen«

Es ist nicht das erste Mal, dass im Jemen Bürgerkrieg herrscht. Der Konflikt zwischen der Zentralregierung in Sanaa und der im Norden lebenden schiitischen Bevölkerung (Huthi) besteht schon seit über zehn Jahren und wurde auch immer wieder mit Waffen ausgetragen. Demokratische Verhältnisse im westlichen Sinne hat es im Jemen nie gegeben. Was bei dem dpa-Artikel auffällt, ist die nüchterne buchhalterische und emotionslose Darstellung des Leids der jemenitischen Bevölkerung, das durch das Bombardement der Saudis mit Unterstützung der USA verursacht wird. Seit dem Eingreifen der Saudis hat der Krieg eine dramatische Wende genommen. Durch die gezielte Bombardierung aller Gebäude und der gesamten Infrastruktur ist die komplette Versorgung der Bevölkerung zusammengebrochen. Die Zerstörungen des ganzen Landes haben ein Ausmaß angenommen, das alles Bisherige bei Weitem übertrifft.

Im Syrienkrieg gab es bei der Bombardierung der von Islamisten besetzten Teile von Aleppo sehr emotionale Bilder und Berichterstattungen in allen unseren Medien. Die Politiker forderten den sofortigen Stopp der Bombardierungen, Flugverbotszonen, und verhängten Sanktionen. Nichts dergleichen wird von Saudi-Arabien gefordert. Im Gegenteil, Deutschland liefert fleißig weiter Kriegsmaterial. Die deutsche Regierung ist aufgrund der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien mit schuld an dem Elend der Menschen im Jemen.

Und noch ein Beispiel der Doppelmoral der USA und der EU. Im Schlepptau der US-Sanktionen gegen Venezuela hat auch die EU Sanktionen gegen Venezuela erlassen. Venezuela kann im Vergleich zu Saudi-Arabien als ein demokratischer Staat bezeichnet werden, unterstützt keine Terroristen und führt keinen mörderischen Krieg wie Saudi-Arabien. Dieter Krüger, St. Johann

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