Zum Artikel »Miteinander ohne Vorurteile« vom 29. Januar
»Klarheit und Sachkenntnis nicht gefragt?«
Wenn die Einwürfe und Anfragen der laut Ihrem »Bericht« offensichtlich nicht willkommenen Gäste so abwegig waren, warum konnte dies nicht in Kürze geklärt werden? Was ist so verkehrt daran, eine »ehrliche, klare Auseinandersetzung« mit den Inhalten, Zielen und Auswirkungen des Islam in unserer Gesellschaft und weltweit zu fordern? Wieso werden diejenigen, die dies wünschen, als »Hardliner Christen« diffamiert, ohne auch nur an einer einzigen Stelle inhaltlich über ihre Aussagen und Anfragen zu berichten?
Nun, offensichtlich waren bei dieser Veranstaltung (selbstverständlich unausgesprochen) nur politisch korrekte Fragen zugelassen. So etwas aber deutet immer auf eine weitergehende, nicht öffentliche Agenda Beteiligter - vermutlich jenseits des an sich ehrenwerten Anliegens »auf lokaler Ebene ein friedliches, vorurteilsfreies Miteinander zu fördern.«
Wahrhaftigkeit, Klarheit und Sachkenntnis - die bei dieser Veranstaltung offensichtlich nicht gefragt waren - bilden unverzichtbare Voraussetzungen für einen echten Dialog. Dazu gehört auch die sorgfältige Vergewisserung, dass man mit einem bestimmten Wort auch tatsächlich das Gleiche meint. Hierzu nur ein Beispiel: Friede bedeutet in der christlichen Tradition die Abwesenheit von Feindschaft und Krieg, das vertrauensvolle Zusammenleben und die wohl meinende Fürsorge in einem Gemeinwesen bis hin zur Familie, letztlich nur möglich durch den Frieden mit Gott, den Jesus durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz erworben hat.
Friede im Islam wird demgegenüber bezeichnet mit »Dar al-Salam« (Haus des Friedens). Ein Friede, der dadurch zustande zu bringen sei, dass das »Dar al-Islam« (Haus des Islam) die gesamte Welt umfasst. Dies zu erreichen ist Motivation und Ziel des Dschihad, des Heiligen Krieges. Es ist mir auch absolut unbegreiflich, wie akademisch ausgebildete, das heißt an sich im kritischen Denken geschulte Pfarrer in unserem Land davon sprechen können, dass Moslems und Christen den gleichen Gott anbeten könnten! Das Zentrum des christlichen Glaubens ist die Versöhnungstat von Gottes Sohn, Jesus Christus am Kreuz und die Gerechtigkeit des Sünders durch Gottes Gnade. Der Koran verneint ausdrücklich, dass Allah einen Sohn habe und Gerechtigkeit vor Gott gibt es, wenn überhaupt, nur durch Verdienst.
Toleranz (vom Lateinischen = tragen, ertragen) meint nicht das Leugnen, Verharmlosen oder für irrelevant Erklären von Unterschieden und anderen Meinungen, sondern ihr bewusstes Ertragen. Wohlverstandene (!) Toleranz, das heißt die Akzeptanz und das Ertragen der Andersartigkeit, ja sogar Freundschaft zwischen Moslems und Christen, mag möglich sein. Angesichts der Tatsache, dass Moslems und Christen nicht denselben Gott anbeten, kann es geistliche Gemeinschaft und Einheit im biblischen Verständnis zwischen ihnen jedoch nicht geben.
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