Frustriert über die Schulpolitik in Baden-Württemberg hat die bisherige Vorsitzende des Landeselternbeirats Christiane Staab vor drei Wochen ihren Rücktritt erklärt.
In einem Interview in der »Landesschau Baden-Württemberg« am 26. Januar begründete sie diesen Schritt: »Man hat das Gefühl, es wird überhaupt nicht erkannt, wie dringlich die Änderungen im Bildungssystem sind.
Die Dinge, für die wir hier jahrelang gekämpft und gearbeitet haben, werden schlichtweg nicht wahrgenommen.« Parallelen dazu finden sich auch in Reutlingen: So wurde der Projektbericht »Kinderbetreuung im Wandel« erst nach einer siebenmonatigen Verzögerung zur Kenntnis genommen!
Stattdessen werden die Leser mit einem bunten Werbeflyer aus dem Kultusministerium beglückt, in dem man in jovialem Ton und mit bunten Bildchen die eigenen Erfolge feiert. Leider wird die Welt nicht besser, wenn man sie sich schönredet!
So fragt man sich, warum der Orientierungsplan auf einmal nicht mehr verbindlich ist?
Wie kann die viel beschworene frühkindliche Bildung gewährleistet werden, wenn immer wieder Projekte abgesagt werden müssen, weil Erzieherinnen aufgrund von Krankheit, Urlaub, Fortbildung und so weiter ausfallen, ein Ersatz aber nicht in Sichtweite ist? Das große Engagement vieler Erzieherinnen scheitert viel zu oft an den Bedingungen des realen Alltags.
Häufig ist man schon froh, wenn eine Betreuung überhaupt aufrecht erhalten werden kann, an Förderung und Bildung ist in der Realität unter solchen Umständen nicht zu denken. (Dieser Tage wurden beispielsweise Eltern sogar gebeten, aufgrund des akuten Personalmangels ihre Kinder eine halbe Woche lang nicht in die Kita zu bringen, sondern anderweitig für Betreuung zu sorgen!) Und was nützt eine frühzeitige Feststellung von Förderbedarf, wenn im Anschluss aufgrund struktureller Probleme und finanzieller Engpässe gar nicht gefördert werden kann?
Sicherlich wären die Mittel für diese Werbekampagne gewinnbringender und überzeugender in tatsächlicher Hilfe für Kindertageseinrichtungen und Schulen angelegt gewesen!
Carmen Hauser, Sylvia Kobarg, Thomas Kuchelmeister, Claudia Schönjahn, GERK-Vorstand, Reutlingen
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