Leserbriefe
Bürgermeisterwahl Sonnenbühlper E-Mail

»Falsches Bild von Meinungsfreiheit«

Als angehende Lehrerin sehe ich das größte Privileg der Bildung in Deutschland darin, dass wir, im Gegensatz zu manchem anderen Land, unsere Jugend lehren, selbstständig und eigenverantwortlich zu denken und zu handeln sowie ihre eigene Meinung mit Vernunft und Verantwortung zu vertreten. Dieses wertvolle Privileg der freien Meinungsäußerung wird momentan in der Gemeinde Sonnenbühl von den »enttäuschten Bürgern«, wie sie sich selbst nennen, geradezu anstandslos missbraucht. Mit dem Verteilen von banal formulierten Flyern und dem Aufhängen eines Banners mit der Aufschrift »Der Abendmond muss untergehen« hetzen die »enttäuschten Bürger« gegen Bürgermeisterkandidat Uwe Morgenstern. Alles anonym, versteht sich. Den Verfassern scheint unklar zu sein, dass sie neben dem Kundtun ihrer Abneigung gegen den Kandidaten auch auf anderer Ebene Schaden anrichten. Denn in erster Linie vermittelt ein solches Verhalten unserer Jugend, und somit den zukünftigen Entscheidungsträgern dieser Gesellschaft, ein falsches Bild von Meinungsfreiheit, Demokratie und Konfliktlösung. Wenn nun schon in einer kleinen, untereinander sehr vertrauten Gemeinde begonnen wird, anonym gegen ein Mitglied zu hetzen, so setzt dies ein für unsere Gesellschaft zerstörerisches Zeichen: Die »enttäuschten Bürger« nörgeln, jammern und bemängeln, ohne sich dabei zu erkennen zu geben, ohne ihr Handeln zu verantworten und vor allem ohne ernstzunehmende Verbesserungen zu präsentieren. Vergessen wird dabei, dass es uns allen in erster Linie um eine gemeinsame, produktive Verarbeitung der Realität in unserer Gesellschaft gehen sollte und nicht darum, diese zu verhindern oder durch eigennützige Hetzerei zu verdrehen. Es erscheint mir jedoch immer schwieriger, diese Werte an die nächste Generation weiterzugeben, wenn nun schon auf kommunaler Ebene, auf der einem respektvollen Umgang miteinander keine großen Hindernisse im Weg stehen, zu solchen Mitteln gegriffen wird.

Silia Leibfritz, Sonnenbühl

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