Leserbriefe
Zum Artikel »Miteinander ohne Vorurteile« vom 29. Januar

»Bibelsätze um Ohren schlagen?«

Dreimal Dank:

1. den Veranstaltern der christlich-islamischen Begegnung für ihr Engagement;



2. den anwesenden Musliminnen und Muslimen, die mit Geduld und Nachsicht manche in Ton und Inhalt verletzenden Fragen und Bemerkungen aufgenommen und pariert haben;

3. dem GEA für den Artikel über Veranstaltung und insbesondere Frau Schäle-Schmitt für den treffenden Kommentar.

Viele Christen haben am Donnerstag in der Tageslese 5. Mose 7, 1ff. - als Gottes Wort!? - gelesen: »Wenn der Herr ... ausrottet viele Völker vor dir her ... so sollst du an ihnen den Bann vollstrecken. ... Ihre Altäre sollt ihr einreißen ... und ihre Götzenbilder mit Feuer verbrennen.«

Ich stelle mir vor, Muslime würden ihren christlichen Mitmenschen solche Bibelsätze um die Ohren schlagen, so wie es umgekehrt mit Koranzitaten am Dienstag geschehen ist und laufend geschieht. Ich stelle mir vor, Muslime würden aufgrund solcher Sätze fragen, ob sie denn befürchten müssen, dass Reutlinger Christen Moscheen anzünden.

Auch in dieser Stadt will das zarte Pflänzchen des Vertrauens zwischen Menschen, die verschiedenen Religionen angehören, wachsen. Allen Versuchen es daran zu hindern, muss im Namen des Bergpredigers Jesus von Nazareth deutlich entgegengetreten werden.

Eberhard Braun, Reutlingen



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