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Standort Metzinger Bäderper E-Mail

»Bestehende Bäder ausbauen«

Nach Besuch diverser Veranstaltungen drängt sich mir der Verdacht auf, dass die Standortfrage, zumindest aus Sicht der Stadtwerke, bereits entschieden ist. Es werden keine Versuche ausgelassen, die vermeintlichen Vorzüge eines Kombibads am Bongertwasen zu betonen. Gleichwohl möchte ich meine Bedenken an einer derartigen Lösung vorbringen.

Dem Aspekt einer fußläufigen Erreichbarkeit ist, vor dem Hintergrund einer allseits geforderten Stärkung nicht motorisierter Mobilität, eine gesteigerte Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Die derzeitigen Standorte der Bäder sind nahezu optimal. Für die Mehrzahl der Metzinger Bürgerschaft sind die Bäder fußläufig erreichbar. Vom Henning-Areal neben dem Freibad gehen keine schädlichen Emissionen mehr aus, die den Aufenthalt im Bad jahrzehntelang beeinträchtigt haben. Bei einer qualitätsvollen und intelligenten Planung sind auch an beiden Standorten Erweiterungen möglich. Die Stadt Metzingen hält ausreichend Grundstücksfläche beim Freibad vor und beim Hallenbad kann durch Optimierung im bestehenden Gebäude und durch Nutzung von Grundstücksrestflächen außen für Verbesserung des Angebots gesorgt werden.

Eine Verlegung der Bäder an den Bongertwasen führt zu zunehmendem Verkehr, im ohnehin schon stark belasteten Bereich der Zufahrt zu den Outlets. Noch mehr Parkflächen sowie Verkehrswege müssten angelegt werden, was zu Landschaftsverbrauch und höherer Schadstoffbelastung der Luft führen wird. Auch für Kinder und Mitbürger mit Handicaps ist die Erreichbarkeit des Bongertwasen mit einigen Hürden verbunden. Erst, wenn die Kinder im Besitz eines Fahrradführerscheins sind (4. Klasse), können sie ohne Begleitung mit dem Rad ins Bad fahren. Dass eine Buslinie eingerichtet wird, die dauerhaft und in annehmbarem Takt zum Bongertwasen verkehrt, ist aus heutiger Sicht nicht vorstellbar. Die bisherigen Standorte befinden sich in zukunftsweisenden Lagen und es ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, diese an den verkehrsreichen Stadtrand zu verdrängen. Ob das von den Stadtwerken viel gepriesene Kombibad eine Verbesserung des Angebots bringen wird, steht zudem in den Sternen, da über die angestrebte Ausstattung keinerlei Informationen vorliegen. Es werden jedoch, vor allem bei den Jugendlichen Vorstellungen geweckt, die die Kosten weit über das vom Gemeinderat vorgestellte Maß hinausschnellen lassen werden.

Auch ob mit dem Kombibad Personalkosten bei gleichzeitigem Betrieb des Freibeckens und des Hallenbades erreicht werden können, ist zweifelhaft. Für die Erstellung eines Kombibads muss mit Mehrkosten von mehreren Millionen Euro gegenüber einer Renovierung der bestehenden Bäder gerechnet werden.

Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, die Bäder an ihren bisherigen Standorten zu belassen und auszubauen.

Cornelia Redlinger, Metzingen

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