Leserbriefe
Bildung/Zum Bericht »Rückbesinnung aufs Wesentliche«, GEA vom 4. 11. per E-Mail

»- setzt sich auf Gymnasium fort«

Den Ausführungen der drei Kolleginnen kann ich uneingeschränkt zustimmen. Was sie für die Grundschule beschreiben, setzt sich so seit Jahren leider ebenfalls auf dem Gymnasium im Fach Deutsch fort. Auch hier haben die Rechtschreibfähigkeiten vieler Schüler ständig abgenommen. Und auch auf dem Gymnasium bleibt in den unteren Klassen wegen zahlreicher zusätzlicher Inhalte und der verkürzten Schulzeit (G8) zu wenig Zeit zum kontinuierlichen Üben wesentlicher Grundfertigkeiten. Das Resultat hat schon vor einigen Jahren der »Spiegel« eindrucksvoll in seiner Titelgeschichte »Die Rechtschreipkaterstrofe« (Ausgabe 25/2013) dargestellt. Später sollen die Abiturienten dann lange Aufsätze zu manchmal realitätsfernen und recht akademischen Themen verfassen können - ich kann ein Lied davon singen, denn ich habe 36 Jahre lang zahllose Abiturklausuren korrigiert und endbewertet. Wenn man ein Instrument so lernen und üben würde wie die Rechtschreibung, wären wohl massenhafte Hörstürze die Folge von Konzertbesuchen.

Dabei ist es ziemlich einfach: Richtiges Schreiben muss halt oft mühsam gelernt sowie regelmäßig und konzentriert geübt werden - das hat »a bissle was« mit Arbeit zu tun, kostet Zeit und ist nicht immer lustig.

Wenn wir dann noch die völlig überflüssige Großschreibung (eine der Hauptfehlerquellen in Aufsätzen) abschaffen würden, könnten sich Lehrer und Schüler ausführlicher mit den anderen Rechtschreibschwierigkeiten wie der Schärfung und Dehnung befassen und es wäre zudem Zeit für die Förderung schwacher Schüler gewonnen.

Jürgen Schreiber, Reutlingen

Das könnte Sie auch interessieren
Leserbriefe

An unsere Leser

Wir freuen uns über jede Zuschrift. Bitte fassen Sie sich kurz, nur so können wir eine Vielzahl von Meinungsbeiträgen berücksichtigen. Auswahl und Kürzung von Beiträgen behalten wir uns ausdrücklich vor.

Bitte geben Sie bei jeder Einsendung, auch bei Zuleitung per E-Mail, Ihre volle Anschrift sowie Ihre Telefonnummer an. Anonyme Zuschriften veröffentlichen wir grundsätzlich nicht.

E-Mail: leserbriefe@gea.de
lesen »
Mitarbeiter gesucht!
  • Stellenanzeigen werden geladen...


Aktuelle Beilagen