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GEA-Leser helfen: Spenden gegen die Ausgrenzung

Kinder leiden unter Armut oft am meisten. Wer keinen Computer hat, ist manchmal schon unten durch.

Für ein Kind gab es einen gefüllten Schulranzen. Es hat sich mit einer Zeichnung dafür bedankt.  FOTO: PRIVAT
Für ein Kind gab es einen gefüllten Schulranzen. Es hat sich mit einer Zeichnung dafür bedankt. Foto: Privat
Für ein Kind gab es einen gefüllten Schulranzen. Es hat sich mit einer Zeichnung dafür bedankt.
Foto: Privat

REUTLINGEN. Die Spendenaktion von »GEA-Leser helfen« zur Adventszeit nimmt bereits ordentlich Fahrt auf: Nach der ersten Woche steht das Spendenbarometer schon bei rund 47.000 Euro – Geld, welches das ganze Jahr über Menschen aus dem Zeitungsgebiet zugutekommt, die in Notlagen geraten sind oder am Rande des Existenzminimums leben. Anträge an den Verein können nicht nur jetzt im Advent, sondern jederzeit gestellt werden.

Gerade in Familien ist das Geld oft besonders knapp – das als wohlhabend geltende Baden-Württemberg bildet da keine Ausnahme. In manchen Familien ist es sogar so knapp, dass sie unter die Armutsgrenze rutschen. Doch selbst wenn man noch keinen Anspruch auf Sozialleistungen hat: Häufig können sich gerade Familien mit mehreren Kindern zusätzliche Ausgaben, die bei anderen selbstverständlich sind, kaum leisten – etwa für neue Schulsachen oder den Eigenbeitrag zum Schullandheim. Da kann es schnell passieren, dass Kinder unter Ausgrenzung zu leiden haben.

Computer für die ganze Familie

So übernahm »GEA-Leser helfen« vergangenes Jahr etwa die Kosten für einen Computer mit Drucker in einem Haushalt mit drei Personen, wo die elektronischen Geräte gleich mehreren zugutekommen. Für eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern hatte sich die Leiterin eines Integrationscoachings an den Hilfsverein gewandt. »Da die beiden Kinder von der Schule regelmäßig Aufgaben bekommen, für die sie einen PC bräuchten, tun sie sich oft schwer damit, Hausaufgaben oder Projektarbeiten in der gewünschten Form zu erledigen«, schreibt die Mitarbeiterin der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA). Auf finanzielle Rücklagen konnte die Mutter nicht zurückgreifen, da vom Bürgergeld nicht genügend übrig bleibt.

Einer anderen Familie half der Verein mit einem neuen Herd mit Backofen. Der alleinerziehenden Mutter fehlte schlicht das Geld, das vor Jahren gebraucht erstandene Gerät nach einem Defekt zu ersetzen. Zwar hat die Frau lange in Teilzeit gearbeitet, musste dies nach einer Operation jedoch aufgeben. Seither leben die drei von Bürgergeld, mit dem sie mehr schlecht als recht über die Runden kommen. Auch die Betreuung der Kinder nimmt viel Zeit und Kraft in Anspruch. Eines der beiden musste zwischenzeitlich gar in eine Tagesklinik besuchen. Dank »GEA-Leser helfen« haben die drei mit dem neuen Herd nun eine Sorge weniger. Eine Mutter von fünf Kindern unterstützte der Verein beim Kauf eines Wäschetrockners. Besonders das jüngste Kind benötigt wegen einer chronischen Erkrankung intensive Pflege. Der alleinerziehenden Frau ist es nicht möglich, eine Arbeitsstelle anzunehmen. Dank des Wäschetrockners bleibt jetzt ein wenig mehr Zeit für die Kinderbetreuung übrig.

Berater unterstützen

Eine Beraterin von »Hilfe zur Selbsthilfe« bat um Unterstützung für eine Frau mit zwei Kindern, die mit ihrem Bürgergeld bisher gut gewirtschaftet hat. Als allerdings eine vierstellige Nachzahlung für Stromkosten ins Haus kam, gingen dafür sämtliche Rücklagen drauf – für den Rest konnte die Frau Ratenzahlung vereinbaren.

Dann ging jedoch die alte Waschmaschine kaputt. Eine Neuanschaffung war für die Familie nicht drin. Längere Zeit wusch die Oma die Familienwäsche. Dank »GEA-Leser helfen« musste daraus keine Dauerlösung werden und die Mutter kann jetzt wieder selbst waschen.

Für eine Familie, in der Krankheiten eine gravierende Rolle spielen, bat eine Beraterin der Diakonie um Unterstützung. Zu dritt leben sie von Bürgergeld, dem früheren Arbeitslosengeld II, und einem Minijob der Mutter, die darüber hinaus auch noch alles Organisatorische managen muss.

Hilfsverein springt in die Bresche

»Sie ist quasi alleine für alles zuständig, pflegt zudem ihren Mann und ihren Sohn und ist mit vielen Dingen überfordert«, schreibt die Familienhelferin. So hat sie eine Frist verpasst, um rechtzeitig den Antrag auf Kostenübernahme des Schulessens für das Kind beim Jobcenter zu verlängern. »Diesen Betrag kann die Familie aber nicht bezahlen, da ihre Einkünfte kaum zum Leben ausreichen«, heißt es im Antrag weiter. »GEA-Leser helfen« übernahm die ausstehende Rechnung und sorgte für Erleichterung.

Gerade dann, wenn institutionelle Hilfe nicht zu erwarten ist, zu kurz greift oder zu lange dauert, springt der Hilfsverein immer wieder in die Bresche. Aus persönlichen Schreiben spricht hinterher oft großer Dank der Betroffenen und die Erleichterung darüber, ein Problem losgeworden zu sein, das man als sehr drängend empfunden hat. (GEA)