GEA-Leser helfen - Junge Frau auf der Flucht vor Schlägen unterstützt. Bislang fast 75 000 Euro gespendet
Neues Leben ohne Gewalt
REUTLINGEN. Nach dem vierten Adventswochenende ist das Spendenbarometer in neue Höhen geklettert: Mittlerweile sind es fast 75 000 Euro, die für die Weihnachtsaktion von »GEA-Leser helfen« gespendet worden sind. Wer helfen möchte, kann dies heute auch in Form eines Buchkaufs tun. Auf dem Weihnachtsmarkt.
Wenn die Spenden weiterhin so fließen, dürfte die Marke von 100 000 Euro bei der diesjährigen Weihnachtsaktion erreicht werden. Damit hätte der Verein »GEA-Leser helfen« seit seiner Gründung mehr als eine Million Euro erhalten. Jeder Cent davon dient zur Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen im Verbreitungsgebiet des Reutlinger General-Anzeigers.
Meist sind Frauen die Opfer, aber auch die Kinder leiden darunter: Wenn eine Beziehung in die Brüche geht, weil Bedrohungen, Demütigungen und Misshandlungen an der Tagesordnung waren, bleiben viele Sorgen - und die finanziellen darunter sind noch nicht einmal die schlimmsten. In mehreren Fällen konnte »GEA-Leser helfen« dieses Jahr Mütter unterstützen, denen es gelang, aus der Gewaltspirale einen Weg in ein neues Leben zu finden.
Das Schicksal verbirgt sich hinter vier Wörtern: »hat viel Gewalt erfahren«, heißt es im Schreiben einer Familienhelferin über eine junge Frau Anfang 20, die sich aus ihrer unerträglichen Partnerschaft ins Frauenhaus geflüchtet hat. Zusammen mit ihrem Kleinkind verbringt sie dort mehrere Monate, bis sie eine kleine Wohnung beziehen kann, in der sich beide sicher fühlen.
Auf sich allein gestellt, ohne Angehörige und mit nur wenig freundschaftlichem Kontakt bemüht sich die junge Frau intensiv um einen Ausbildungsplatz. Die Familienhelferin sieht gute Chancen: Ihr Schulabschluss ist gut, eine Perspektive gegeben. Nur finanziell klemmt es derzeit vorne wie hinten. »GEA-Leser helfen« hat die Alleinerziehende bei der Einrichtung einer neuen Küche unterstützt.
In einem anderen Fall hatte sich eine junge Frau noch während der Schwangerschaft vom Vater ihres Kinder getrennt - »da es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam und sie sich und ihr ungeborenes Kind schützen musste«, schreibt eine Mitarbeiterin der Diakonie an »GEA-Leser helfen«.
Lange Zeit stand ihr nur eine Mini-Wohnung zur Verfügung, der Sohn schlief nachts im Bett der Mutter. In der neuen Zwei-Zimmer-Wohnung sollte der Kleine ein eigenes Kinderzimmer erhalten. Von Hartz IV und ihrem Praktikum konnte die Alleinerziehende dies allerdings nicht allein einrichten. Der Hilfsverein unterstützte die junge Mutter dabei, notwendige Möbel anzuschaffen - unter anderem ein Kinderbett mit Matratze und einen Kleiderschrank.
Krankheit und Arbeitslosigkeit können Menschen in bittere Armut stürzen. Unfälle und tragische Schicksalsschläge werfen Familien aus der Bahn. Oft reichen Grundsicherung oder Kleinstrenten kaum mehr, auch nur einen bescheidenen Lebensunterhalt zu sichern.
Für viele Mitmenschen ist das Leben voller existenzieller Bedrohung. Oft sind vor allem Kinder die Leidtragenden. Hier sichtbar und schnell zu helfen, damit Zeichen zu setzen, Perspektiven zu geben und Zukunft zu schenken, dafür steht GEA-Leser helfen e.V.
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