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Kretschmann: Sicherheitsempfinden schlechter als Realität

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat mit Blick auf die Zahlen zur stark steigenden Kriminalität vor vorschnellen Schlüssen gewarnt. Die Entwicklung mache ihm zwar Sorge, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Aber die Zahl der Wohnungseinbrüche sei zum Beispiel um 2015 herum viel größer gewesen als heute, das habe man drastisch senken können. In der Pandemie seien die Fallzahlen in dem Bereich weiter zurückgegangen. »Man bricht ja seltener in Wohnungen ein, wenn Leute in der Wohnung sind«, so der Regierungschef. Jetzt gebe es wieder einen Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen, der sei aber »rein corona-bedingt«, weil die Leute wieder außer Haus seien. Wenn man das nicht beachte, ziehe man falsche Schlüsse aus einer solchen Statistik. Kretschmann betonte, dass Baden-Württemberg das sicherste Land der Republik bleibe. 

Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/DPA
Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
Foto: Marijan Murat/DPA

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt nach jahrelangem Rückgang seit 2022 wieder deutlich an. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 5204 Wohnungseinbrüche, eine Steigerung von 15,4 Prozent. Damit lagen die Wohnungseinbrüche laut Kriminalstatistik allerdings noch 18,9 Prozent unter dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019.

Die Zahl der registrierten Straftaten stieg im Jahr 2023 im Südwesten um mehr als acht Prozent auf 594.657 Fälle. Innenminister Thomas Strobl (CDU) führt die zunehmende Kriminalität im Land auf die wirtschaftliche Entwicklung und die starke Zuwanderung zurück. 

Kretschmann führte die wachsende Kriminalität auch auf die Zuwanderungsbewegung zurück, die sehr stark zugenommen habe. Aber er betonte auch, dass das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung nie mit den objektiven Daten überein stimme. Das Empfinden sei stets schlechter als die eigentliche Sicherheit, so seine Argumentation. Man müsse nun in der Feinanalyse genau hinschauen und sehen, wo man der Entwicklung präventiv oder repressiv entgegenwirken müsse.

© dpa-infocom, dpa:240416-99-694809/3