NEUHAUSEN. »Jeder, der einmal in der zweiten Handball-Bundesliga gespielt hat, will das beibehalten«, sagt Neuhausens Trainer Markus Gaugisch im Gespräch mit GEA-Redakteur Manfred Kretschmer. Im Klartext: Die Gaugisch-Schützlinge peilen in der bevorstehenden Saison die Qualifikation für die Eingleisige an, die im Jahr 2011 eingeführt wird. Zum Rundenstart präsentiert sich der TVN in der heimischen Hofbühlhalle. Am morgigen Samstag (20 Uhr) ist die TSG Groß-Bieberau zu Gast. Gegen das Team aus dem Odenwald gewannen die Neuhäuser vergangene Saison beide Spiele. Damals legte in beiden Begegnungen der überragend haltende TVN-Keeper Milos Slaby die Weichen auf Sieg.
GEA : Am morgigen Samstag geht's los. Und jeder erwartet gegen den Tabellen-14. der vergangenen Spielzeit einen Heimsieg.
Markus Gaugisch: Wir sind nicht mehr der Underdog wie in der vergangenen Runde. Meine Mannschaft ist sich dieser Situation bewusst und wird an dieser Ausgangsposition nicht zerbrechen.
Können Jeremias Rose und Simon Oesterle auflaufen?
Gaugisch: Rose hat eine Muskelverletzung. Da werden wir kein Risiko eingehen. Er spielt nur, wenn er fit ist. Bei Oesterle, der eine Bänderdehnung hat, bin ich skeptisch.
Vergangene Runde landete der TV Neuhausen in dem 18er-Feld auf Platz acht. Wie lautet Ihre Zielstellung für die bevorstehende Saison?
»Wir wollen das, was wir können, künftig noch besser spielen«
Gaugisch: Jeder, der einmal in der zweiten Bundesliga gespielt hat, will das beibehalten. Wir möchten unter die ersten Neun und nächstes Jahr in der neuen eingleisigen zweiten Liga dabei sein. Allerdings sind wir uns bewusst, dass dies sportlich und wirtschaftlich ein großes Ziel ist. Ich bin für das Sportliche zuständig. Die wirtschaftliche Baustelle muss der Verein beackern. Wir müssen noch professioneller arbeiten.
Sie sind bekanntlich kein Freund der eingleisigen zweiten Liga.
Gaugisch: Für uns als Südverein ist die Situation schwieriger als beispielsweise für Tusem Essen. Da kommen extreme Fahrtkosten auf uns zu. Zudem müssten wir acht bis zehn Mal übernachten. Das muss finanziell gestemmt werden. Zudem ist der Aufwand auch für viele Spieler nur schwer zu bewältigen.
Spricht aus Ihrer Sicht auch etwas für diese Reform?
Gaugisch: Das Niveau ist zunächst höher. Allerdings stellt sich für mich die Frage, wie lange das der Fall ist. Die Vereine haben meiner Meinung nach keine höheren Einnahmen. Warum soll sich die eingleisige zweite Liga besser vermarkten lassen? Neuhausen gegen Rostock ist doch niemals attraktiver als wenn Neuhausen gegen Bittenfeld spielt.
In den vergangenen Jahren lief vieles mehr als gut. Vorletzte Saison gab's den souveränen Titelgewinn in der Regionalliga Süd und in der zweiten Liga legte der TVN vor allem zu Hause die Top-Mannschaften reihenweise aufs Kreuz. Wo lagen in der Vorbereitung die Schwerpunkte?
Gaugisch: Wir haben nichts grundlegend Neues einstudiert. Wir wollen das, was wir können, künftig noch besser spielen, schließlich war das nicht perfekt. Mein Augenmerk lag auf verfeinern und verbessern von vielen Dingen. Zudem arbeiteten wir an einer zweiten Deckungs-Formation. Die 5:1-Abwehr soll eine Variante in unserem Spiel sein. Außerdem haben wir im athletischen Bereich viel getan und versucht, unseren einzigen externen Zugang, Jeremias Rose, zu integrieren.
Und weshalb qualifiziert sich der TV Neuhausen für die eingleisige zweite Liga?
Gaugisch: Weil wir eine ausgeglichene Truppe haben. Außerdem werden wir in jedes Spiel unsere Begeisterungsfähigkeit hineintragen. Jeder einzelne Akteur möchte weiterhin in der zweiten Liga spielen. (GEA)