Metzingen - Beyeröhde 34:25 - Ungefährdeter Erfolg über das Schlusslicht. Vertrag mit Piroska Bartek aufgelöst
Kader verkleinert sich immer mehr
VON FRANK PLEYER
METZINGEN. 60 Minuten Vollgas-Handball hatte Metzingens Zweitliga-Spielertrainerin Edina Rott angekündigt. Nach flottem Beginn nahmen die TuS-Spielerinnen allerdings den Fuß vom Pedal und schlugen eine gemächlichere Geschwindigkeit an. Unter dem Strich stand dennoch ein ungefährdeter 34:25 (19:12)-Sieg über das Schlusslicht TV Beyeröhde.
»Das Spiel war, glaub' ich, nicht sehr schön anzuschauen. Wir haben uns ein bisschen dem Tempo des Gegners angepasst und das gemacht, was gereicht hat«, brachte Rückraumspielerin Annika Schmid die Partie auf den Punkt. »Diese Leistung wird am kommenden Samstag gegen den TV Mainzlar nicht reichen«, stellte die zehnfache Torschützin Rott fest. Die Ungarin meinte, im Hinterkopf habe wohl gesteckt, dass Beyeröhde Letzter ist. Und so fehlte vor der Saison-Minuskulisse von nur 250 Zuschauern der Biss und die letzte Entschlossenheit, um einen höheren Sieg einzufahren, der leicht möglich gewesen wäre.
Schmid selbstkritisch
Doch nachdem die von Beginn an führende TuS von 20:16 (34.) auf 25:18 (40.) weggezogen war, ließ die Konzentration nach, Fehlwürfe kamen hinzu und auch die Abwehr ließ die nötige Aggressivität vermissen. »Es waren einige schöne Aktionen dabei. Und vor allem sind diese zwei Punkte ganz wichtig«, meinte Rott mit Blick auf die Tabelle, wo ihr Team nun fünf Zähler Vorsprung auf einen Relegationsplatz hat.
Vor allem der Rückraum muss eine Schippe drauflegen. Selbstkritisch ging Annika Schmid mit ihrer Leistung um. »Es ist berechtigt, dass ich nicht so lange Einsatzzeiten wie früher habe. Ich muss aus dem Tief selbst wieder herauskommen«, meinte die Ex-Göppingerin, die auf drei Treffer kam. Gerade im Rückraum hat die TuS nur noch wenige Wechsel-Möglichkeiten, nachdem Franziska Ramirez die vergangenen beiden Spiele nicht mehr zur Verfügung stand, weil sie eine neue Arbeitsstelle hat. Ramirez' Arbeitszeiten lassen nach Aussage von Rott oftmals kein Training oder kein Spiel am Samstag zu. Sie könne aber keine Spielerin am Wochenende einsetzen, die während der Woche nicht im Training sei, sagte die Ungarin.
Auf die Frage, ob Ramirez in dieser Saison noch einmal für die TuS auflaufen wird, antwortete Rott: »Eher nein. Das ist schade.« Seit Januar steht im Rückraum bereits die nach Ungarn zurückgekehrte Linkshänderin Zsofia Levai (wir berichteten) nicht mehr zur Verfügung. Auch auf der Torhüter-Position gibt es eine Veränderung. Die TuS wird hier die restlichen Saisonspiele mit Silvia Mann-Kundt und Vanessa Frey bestreiten, nachdem der Vertrag mit der Ungarin Piroska Bartek im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst worden ist, wie Geschäftsführer Ferenc Rott mitteilte.
Mann-Kundt hört auf
Zu den Gründen sei Stillschweigen vereinbart worden. »Wir sind natürlich enttäuscht. Das haben wir uns anders vorgestellt«, sagte er lediglich. Und seine Frau Edina meinte: »Das ist sehr bitter.«
Zumal die beruflich ebenfalls stark eingespannte Silvia Mann-Kundt nach dieser Saison nicht mehr bei der TuS weitermachen wird, was alle Verantwortlichen bedauern. Mann-Kundt ist nicht nur eine Leistungsträgerin des Teams, sie gehört auch dem Mannschaftsrat an. Auch ein Torwart-Trainer wird gesucht, da Roy Bien der zeitliche Aufwand - er pendelt zwischen Herrenberg und Metzingen - auf Dauer zu groß ist. Fest steht dagegen, dass Co-Trainer Mike Leibssle der TuS erhalten bleibt.
»Die Planung für die neue Saison läuft auf Hochtouren«, erklärte Ferenc Rott. Er ist optimistisch, dass man im März in puncto Vertrags-Verlängerungen und Neuzugängen wie auch Sponsoren »einiges vermelden« können wird. (GEA)