TuS Metzingen
Metzingen - Ketsch 41:26 - TuS macht mit Gala-Vorstellung die Pleite von Bensheim vergessen. Erstes Stonawski-Tor

Den »Bären« das Fell über die Ohren gezogen

VON FRANK PLEYER

METZINGEN. Es gibt Tage, da läuft alles rund, da greift ein Rädchen ins andere, es werden die Chancen genutzt und das Team trumpft mit Einsatz und Siegeswillen auf: Die Metzinger Zweitliga-Handballerinnen hatten am Samstag solch einen »Sahne-Tag«, bei dem die TuS zwei Fliegen mit einer Klappe schlug: Durch den 41:26 (21:15)-Sieg über die TSG Ketsch hat sich die Mannschaft eindrucksvoll für die 22:35-Pleite von Bensheim rehabilitiert - und zugleich Werbung in eigener Sache gemacht.

Eins steht fest: Die 370 Zuschauer, die Zeuge dieses Schützenfestes in der Öschhalle wurden, werden wiederkommen - garantiert. Entsprechend gelöst waren Trainerin und Spielerinnen nach dem Kantersieg.

»Wir haben mit Leidenschaft gespielt, waren wieder eine Mannschaft und haben uns 100-prozentig gegenüber der Bensheimer Partie gesteigert«, lobte Spielertrainerin Edina Rott ihr Team, das weiter den sechsten Tabellenplatz einnimmt. »Das hat super Spaß gemacht. Wir waren super konzentriert und haben ganz wenig Fehler gemacht«, strahlte Linkshänderin Alexandra Kubasta, die nach ihrer Einwechslung innerhalb von sechs Minuten vier ihrer fünf Treffer erzielte. In dieser Phase Ende der ersten Halbzeit war die Begegnung bereits entschieden. Denn ab dem 5:5 (10.) hatte nur noch die TuS gespielt und den Ketscher »Bären«, wie sich die Nordbadenerinnen nennen, gehörig das Fell über die Ohren gezogen.

Die Metzingerinnen wollten demonstrieren, dass sie mehr können als sie vor Wochenfrist gezeigt hatten - und setzten dies nun mit Spielwitz, klugen Anspielen an den Kreis, einer imponierenden Abschluss-Quote sowie einer guten Abwehr- und Torhüter-Leistung um. »Edina brauchte nicht viel zu sagen. Jede wusste, was sie zu tun hat«, brachte Mannschaftsführerin Patricia Stefani das hohe Metzinger Maß an Motivation und Siegeswillen auf den Punkt. Und Kubasta unterstrich: »Wir waren die ganze Woche heiß auf dieses Spiel.«

Die Gastgeberinnen zerlegten Ketschs Verteidigung und spielten den Gegner regelrecht an die Wand. Über 16:8 (21.) und 30:17 (44.) steuerte die TuS dem höchsten Saisonsieg entgegen, während das junge Team des Kontrahenten völlig überfordert war. So leistete sich TSG-Akteurin Julia Behnke innerhalb von sieben Minuten gleich drei Zeitstrafen und durfte vorzeitig zum Duschen gehen. Ketschs Geschäftsführer Thomas Löbich zu der herben Niederlage seines Teams: »Wir haben kein Geld, um Spielerinnen zu holen. Da muss man mit solch einem Rückschlag leben.«

TuS-Youngster Freya Stonawski wird die Partie so schnell nicht vergessen. Markierte die 16-Jährige doch in der Schlussminute das 41:25 - ihren ersten Zweitliga-Treffer. Als sie bei diesem Konter allein auf TSG-Torhüterin Weena Ghosh zulief, schoss es ihr durch den Kopf: »Wenn ich den nicht rein mache, wäre das schon doof.« Doch alles ging gut. Nun will die TuS am Samstag in Sachsen an diese Leistung anknüpfen. »Zwickau hat sich aber gesteigert. Das wird knapp«, prophezeit Rott, die gegen Ketsch mit elf Treffern erfolgreichste Metzinger Torschützin war. (GEA)


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