TuS Metzingen
Metzingen - Mainzlar 28:29 - Rott und Schmid als Alleinunterhalterinnen in der TuS-Offensive. Siebenmeter-Festival

Das Holz und die letzte Zeitstrafe spielen Schicksal

VON FRANK PLEYER

METZINGEN. Nach der Schluss-Sirene standen die Metzinger Zweitliga-Handballerinnen mit leeren Händen da. Dabei hätten sie wegen ihrer imponierenden Aufholjagd statt der 28:29 (16:18)-Niederlage einen Punktgewinn verdient gehabt. Stattdessen tanzten die Spielerinnen des TV Mainzlar am Mittelkreis, während die TuS nicht nur die Punkte, sondern auch den sechsten Platz an die Gäste abgeben musste.

»Das war wirklich schade. Aber wir haben uns nach dem Rückstand zusammengerissen und nie aufgegeben. Das zeigt den Charakter der Mannschaft«, versuchte Kreisläuferin Tanja Schmidt das Positive aus der Partie herauszuziehen. Auch Spielertrainerin Edina Rott hob den Einsatzwillen ihres Teams hervor. »Wir haben gekämpft - und ein bisschen Pech gehabt.«

Wie wahr. Schließlich ist es sehr bitter, wenn man ausgerechnet dann, wenn das Spiel auf der Kippe steht, eine Zwei-Minuten-Strafe kassiert. So geschah es Patricia Stefani, die in der 58. Minute beim Stand von 27:27 eine Zeitstrafe aufgebrummt bekam. Ein Nackenschlag für die TuS - und die Spielmacherin, die am Samstag keinen guten Tag hatte. »Ich bin überhaupt nicht ins Spiel gekommen«, gab die 24-Jährige zu. Wegen des Fouls gab es einen Siebenmeter, den Matilda Atanasoska zum 27:28 verwandelte (58.). In Unterzahl kassierte die TuS dann das 27:29 durch die starke TVM-Linkshänderin Laura Schmitt (59.). Im Anschluss daran hämmerte Annika Schmid den Ball an die Latte des Mainzlarer Tors - das hätte der Anschlusstreffer sein können. So verkürzte Schmid zwar wenige Augenblicke später auf 28:29, doch in den restlichen 21 Sekunden ließen sich die hessischen Gäste den Sieg nicht mehr nehmen. Bei insgesamt sieben Holz-Treffern hatten die Metzingerinnen allen Grund, mit ihrem Schicksal zu hadern. Kopfschütteln auf beiden Seiten hatte in den 60 Minuten zuvor das Schiedsrichtergespann hervorgerufen. Entschieden die kleinlich leitenden Referees doch bei dem kleinsten Fehltritt in den Kreis sofort auf Strafwurf. Die ständigen Unterbrechungen ließen keinen Spielfluss aufkommen. Zudem sorgten sie für den Unmut der 320 Zuschauer. »Lasst doch gleich nur Siebenmeter schießen«, rief ein erboster Fan.

Insgesamt wurden 20 Strafwürfe verhängt - eine denkwürdige Zahl. Bei der TuS trat Elena Rott neun Mal an und verwandelte acht. Eine stolz Quote, dennoch ärgerte sie sich über den missglückten Versuch an die Latte. »Da habe ich zu viel gedacht.« Andererseits freute sie sich, dass Annika Schmid (7) diesmal sehr torgefährlich war: »Sie hat endlich Würfe genommen und getroffen.«

Die große Schwäche bei der TuS war, dass zwar Rott und Schmid zusammen auf 21 Treffer kamen, der Rest des Teams aber deutlich abfiel. »Wenn man nur zwei Torschützen hat, ist das einfach zu wenig«, kritisierte Stefani. (GEA)


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