TuS Metzingen
Handball - B-Jugend-Mädchen von Neuhausen-Metzingen sichern sich mit 33:21 souverän die deutsche Meisterschaft

Auf den Stotterstart folgt eine Gala

VON TIM GATTIKER

NEUHAUSEN. Die B-Jugend-Mädchen der JSG Neuhausen-Metzingen sind im siebten Himmel: Durch einen 33:21 (14:9)-Kantersieg gegen Borussia Dortmund krönten sie ihre Traum-Saison mit dem erstmaligen Gewinn der deutschen Handball-Meisterschaft. Dabei begann das Final-Duell gegen die Westdeutschen aus Metzinger Sicht katastrophal. Nach nur sieben Minuten lag die JSG mit 1:6 zurück. Trainerin Martina Klose nahm eine Auszeit und fand die richtigen Worte: »Ich habe den Mädchen gesagt, dass sie wieder Handball spielen sollen und wir haben die Abwehr umgestellt. Es ist aber so, dass wir wohl diesen Druck brauchen«, berichtete Klose hinterher.

Die Worte der Kommandogeberin verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Ermstälerinnen wirbelten vor rund 450 Zuschauern in der Neuhäuser Hofbühlhalle die Dortmunder Defensive jetzt regelrecht durcheinander und alles was vorher beim BVB klappte, gelang nun der JSG. Nach 15 Minuten stellte die überragende Katharina Beddies (insgesamt neun Treffer im Finale) beim 7:7 den Ausgleich her. Nur eine Minute später gelang der JSG mit 8:7 die erste Führung und diese sollte bis zum Schluss nicht mehr abgegeben werden. Beddies, die sich mit insgesamt 18 Toren am Wochenende auch noch die Auszeichnung der besten Torjägerin sicherte, Anna Mayer, die als wertvollste Spielerin des Final-Four-Turniers geehrt wurde, und Kreisläuferin Freya Stonawski sorgten dafür, dass dieser Vorsprung kontinuierlich ausgebaut wurde. Dortmunds Trainerin Zuzana Porvaznikova war dementsprechend bedient: »Wir haben völlig die Ordnung und den Rhythmus verloren. Darüber hinaus haben wir nicht genügend Aggressivität an den Tag gelegt.«

Im nächsten Satz nahm die Kommandogeberin des BVB-Nachwuchses einen Teil der Schuld an der deutlichen Niederlage auf sich: »Ich habe das Team nicht richtig eingestellt. Neuhausen-Metzingen ist verdient Meister geworden.« Immerhin hatte der BVB mit Jennifer Weste die beste Torhüterin des Turniers in seinen Reihen. Auch im zweiten Durchgang ließen die Gastgeberinnen keinen Zweifel am Ausgang des Spiels aufkommen. Da geriet dann auch der ehemalige Trainer des TV Neuhausen, Kurt Reusch, ins Schwärmen: »Das war eine ganz tolle Vorstellung der JSG. Mich hat vor allem die Schnelligkeit und die Athletik der Mädchen beeindruckt. Auf alle Fälle sind sie ein würdiger deutscher Meister.«

Magdeburg holt sich Rang drei

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt. Zu Beginn bauten die Ermstälerinnen ihren Vorsprung von 14:9 auf 19:9 aus. Bemerkenswert auch in dieser Phase und bis zum Ende der Partie: Die Dortmunderinnen wurden dennoch von ihrem Anhang frenetisch gefeiert. Einzig zwischen der 31. und 33. Minute keimte im Lager der Borussinnen noch ein Fünkchen Hoffnung auf. In diesem Zeitraum verkürzten sie mit vier Toren in Folge auf 20:14. Danach gab es aber wieder das gewohnte Bild und einen völlig ungefährdeten Sieg der JSG.

Dritter wurde die SG Bandits Magdeburg/Barleben nach einem 30:24 (13:14) gegen die HSG Blomberg-Lippe. Die Schlussworte gebühren der Meistertrainerin: »Man hat bei jeder meiner Spielerin gesehen, dass sie diesen Erfolg wollte. Die Dortmunderinnen wussten am Ende nicht mehr, was sie machen sollten«, lobte Klose ihr Team. Eine Party werde sicher noch steigen, aber geplant sei da noch nichts, merkte sie an. (GEA)


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