Ökomobil

Gemeinsam in Pliezhausen die Natur erforschen

VON SOPHIA MITTELBACH

PLIEZHAUSEN. Es ist ein herrlich frühlingshafter Freitagmorgen, die Sonne scheint und es ist angenehm mild. Der perfekte Tag, um sich in der Natur mal so richtig auszupowern!

Sabine Reußink erklärt, wie  das Mikroskop bedient wird. FOTO: SOPHIA MITTELBACH
Sabine Reußink erklärt, wie das Mikroskop bedient wird. FOTO: SOPHIA MITTELBACH
Das scheinen auch die Kinder der Klasse 3b der Grundschule Pliezhausen zu finden, die sich mit ihrer Lehrerin Susanne Schenk auf einem Parkplatz am Waldrand versammelt haben. Alle haben gute Laune und sind voll freudiger Erwartung an den Tag, denn es steht etwas Besonderes auf dem Programm: Sabine Reußink vom Regierungspräsidium kommt mit dem Ökomobil. Das ist ein großer, umgebauter Lastwagen, ausgestattet mit allem, was man für eine richtige Wald-Expedition so braucht. Von außen denkt man gar nicht, dass das hübsch grün angestrichene Fahrzeug so geräumig ist. Aber tatsächlich können alle 23 Kinder bequem an den Vierer-Tischen im Innern des Ökomobils Platz nehmen. An den Wänden hängen Plakate, auf denen die heimischen Insekten und Waldtiere abgebildet sind und sogar ein ausgestopfter Waldkauz blickt aus einer Ecke auf das geschäftige Treiben herab. Sabine Reußink, die schon seit vielen Jahren mit dem Tübinger Ökomobil unterwegs ist, um Kindern die heimische Natur zu erklären, stellt sich vor und führt in das Thema des Tages, den Wald und seine Bewohner, ein.

Ab nach draußen


Danach zieht es alle langsam, aber sicher nach draußen. Reußink verteilt die Forscher-Ausrüstung an die Kinder. Jeweils vier Kinder bilden ein Forscher-Team und bekommen den Auftrag, fünf verschiedene Tiere im Wald zu sammeln. Dabei gibt es aber ein paar Regeln: »Keine Tiere aus dem Bach und keine mit vier Beinen, wir konzentrieren uns auf Insekten und Spinnen«, sagt Reußink bestimmt. Dies stößt zunächst nicht bei allen Kindern auf Begeisterung, für einige kostet es etwas Überwindung, sich mit Spinnen und Co. zu beschäftigen. Dennoch ziehen die Nachwuchs-Forscher unverzagt – ausgestattet mit Deckelgläschen und einem Pinsel, um die Tiere behutsam transportieren zu können – los in den Wald. Da gibt es viel zu entdecken: Neben verschiedenstem Krabbelgetier hat ein Team auch Bärlauch-Pflanzen gefunden. Aber Vorsicht ist geboten: »Bärlauch-Blätter sehen denen der giftigen Maiglöckchen zum Verwechseln ähnlich«, erklärt Reußink. Nachdem sicher ist, dass es sich wirklich um die essbare Pflanze handelt, darf probiert werden. Ein spezielles Geschmackserlebnis: » So frisch schmeckt der Bärlauch richtig scharf«, weiß die Natur-Expertin.

Wald unter der Lupe


Nach der eifrigen Suche brauchen alle eine Stärkung und suchen sich ein Plätzchen zum Vespern. Die neue Energie ist wichtig, denn der nächste Schritt erfordert Konzentration: Nach Anleitung von Reußink sollen die Entdeckungen unter dem Mikroskop begutachtet werden. Es gilt, herauszufinden, welche unterschiedlichen Arten man unter der Lupe hat. Gar nicht so einfach, denn viele Krabbeltierchen sehen sich auf den ersten Blick recht ähnlich. Zum Glück gibt es im Ökomobil Bücher, in denen die Merkmale der verschiedenen Arten aufgelistet sind. So gelingt es jedem Team, seine Funde zu bestimmen und benennen. Bevor die Tierchen wieder in den Wald gebracht werden, bekommt jeder zur Erinnerung eine Urkunde, in die eines davon gezeichnet werden darf. »Das hat echt Spaß gemacht«, findet ein Junge, und seine Forscherkollegen nicken bekräftigend. Und noch eine Erkenntnis haben die Kinder gewonnen: Krabbeltiere und Spinnen sind gar nicht eklig – sondern ziemlich interessant. (GEA)

Kinder im Ökomobil in Pliezhausen


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