VfB Stuttgart
Stuttgart - Dortmund 1:3 - Fehlstart ist perfekt. Katastrophale Abwehrfehler. Null Punkte, ein Tor, Platz 18

Rote Laterne für die Roten

Von Frank Ernst

STUTTGART. »Es geht schon wieder los, das darf doch gar nicht wahr sein.« Roland Kaiser lieferte gestern mit seinem Hit aus früheren Zeiten das aktuelle Motto für den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. Denn nach dem 0:2 zum Bundesliga-Start in Mainz ging auch der Heimspiel-Auftakt der Saison 2010/2011 gründlich in die Hose. Mit 1:3 (0:3) verloren die Schwaben gegen Borussia Dortmund, die ebenfalls mit dem Ballast eines 0:2 zum Start gegen Leverkusen im Gepäck angereist waren.

Fassungslosigkeit bei VfB-Mittelfeldspieler Christian Gentner und Daniel Didavi (im Hintergrund). FOTO: APN FOTO: dpa
Damit ist wie in vielen Jahren zuvor schon wieder ein Fehlstart perfekt. Also genau das, was Trainer Christian Gross und sein Team in dieser Saison mit aller Macht vermeiden wollten. Die zurzeit traurige Bilanz sieht aber so aus: Null Punkte, ein Tor und dazu noch Tabellenplatz 18 - die rote Laterne hängt jetzt zumindest bis zum Derby am 11. September in Freiburg bei den Roten.

Sicherheitsrisiko Niedermeier

»Wir waren wieder viel zu weit von den Gegenspielern weg, die Abstimmung klappt einfach noch nicht«, analysierte Sportdirektor Fredi Bobic den in vielen Situationen nicht erstligawürdigen Auftritt. Besonders in der Viererabwehrkette greift momentan kein Glied in das andere. Der Flanke des Dortmunder Linksverteidigers Marcel Schmelzer kam VfB-Innenverteidiger Khalid Boulahrouz unglücklich in die Quere und vom Oberkörper des Niederländers abgefälscht landete das neue Spielgerät mit Namen »Torfabrik« im Gehäuse des chancenlosen VfB-Keepers Sven Ulreich.

Ab sofort mussten die gut 35 000 Stuttgart-Sympathisanten unter den 40 500 Zuschauern auf der Baustelle Mercedes-Benz-Arena bei fast jeder Dortmunder Aktion die Luft anhalten. So auch in Minute 26, als der einstige Welttorjäger Lucas Barrios nach Zuspiel von Kevin Großkreutz zum 0:2 traf. Entschlossene VfB-Gegenwehr? Fehlanzeige. Georg Niedermeier, in der letzten Saison stets die Zuverlässigkeit in Person, erweist sich mehr und mehr als Sicherheitsrisiko. Beleg dafür der Auftritt beim zweiten Gegentor. Ein Aufbäumen gab's auch nicht von Nationalspieler Serdar Tasci, der erstmals in dieser Saison von Christian Gross in der Startelf berücksichtigt wurde.

Und der Chaostag im Strafraum vor der brandneuen Untertürkheimer Kurve sollte weiter gehen. Acht Minuten vor der Pause steckte erneut Niedermeier dann auch noch den bis dahin einzig überzeugenden Abwehrspieler - nämlich Schlussmann Ulreich - mit seinen Dauer-Unsicherheiten an. Nutznießer des Missverständnisses der beiden Stuttgarter war das BVB-Toptalent Mario Götze. Er nahm die Einladung zum 0:3 dankend an (37.).

Halbzeit. Frische Trikots, kühle Getränke - aber kein verbesserter VfB. Die Dortmunder verlegten sich auf Verwaltung des Resultats, mehr wollten sie nicht mehr. Und der VfB konnte nicht mehr. Bis auf ein ganz kurzes Aufflackern in der 69. Minute, als Cacau einen kurzen Lichtblick hatte und nach Kuzmanovic-Flanke zum 1:3 traf. Mehr war nicht. »Die Einstellung, die wir in der zweiten Hälfte gezeigt haben, hätten wir von Anfang an zeigen müssen«, bilanzierte der einzige Stuttgarter Torschütze. Was die Probleme der Schwaben in allen Mannschaftsteilen aber nur äußerst unzureichend widerspiegelte.

Auch Trainer Gross war alles andere als angetan vom Auftritt seines Teams: »Es gibt nichts zu beschönigen. Wir müssen einfach mehr agieren. In der Formation von heute werden wir aber wohl nicht mehr antreten.« Wohl auch, weil Mauro Camoranesi von Juventus Turin in den nächsten Tagen verpflichtet werden soll. (GEA)


Seite versenden
 

Service

VfB Stuttgart im Netz

Hier geht's direkt zur Website des VfB Stuttgart.
www.vfb.de
Service

Ergebnisdienst

Hier geht's direkt zu unserem Ergebnisdienst auf gea.de
lesen »