VfB Stuttgart
VfB Stuttgart - Im DFB-Pokal 06/07 gab es ein 4:2 in Babelsberg. Ein Profi von damals ist auch heute wieder dabei

Mach's noch einmal, Cacau

STUTTGART/POTSDAM. Die legendären Filmstudios im Potsdamer Stadtteil Babelsberg liegen gleich in der Nachbarschaft. Ob der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart aber auch in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde heute (15.30 Uhr) beim SV 03 Babelsberg eine sehenswerte Vorstellung abliefert, muss nach den beiden mehr als überschaubaren Leistungen in der Europa-League-Qualifikation gegen die Norweger aus Molde zumindest vorsichtig in Frage gestellt werden.

»Es wird eine schwierige Aufgabe, denn sie werden sehr motiviert sein«, blickte VfB-Trainer Christian Gross gestern kurz vor dem Abflug nach Berlin voraus. Sie - das sind übrigens die vom ehemaligen Bundesliga-Profi Dietmar Demuth trainierten SV-Drittliga-Kicker. Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen ist der Aufsteiger in Liga drei gestartet. Doch das zählt heute nicht wirklich, wenn sich im engen, gut 10 000 Zuschauer fassenden Karl-Liebknecht-Stadion diese ganz eigene Pokal-Atmosphäre entwickeln wird.

Tasci und die Trainer-Aktion

Erinnerungen werden da natürlich wach an den 24. Oktober 2006, als die Roten in der zweiten Runde des wichtigsten deutschen Fußball-Cups auch bei den »Babels-Zwergen« antreten mussten. Bis zur 80. Minute stand die Partie auf der Kippe. Die Gastgeber drängten äußerst vehement auf den 3:3-Ausgleich, ehe der heutige Nationalstürmer Cacau mit seinem Tor zum 4:2-Endstand alles klar machte. Im Sinne aller VfB-Anhänger kann dem 29-Jährigen dies zugerufen werden: Mach's noch einmal, Cacau.

Der athletische Angreifer wird heute wohl der einzige VfB-Profi von damals sein, der in der Startelf steht. Arthur Boka könnte eingewechselt werden. Und ein anderer Sieger des Jahres 2006 flog - obwohl nicht verletzt - erst gar nicht mit: Serdar Tasci. Für den Meisterspieler 2007 läuft es überhaupt nicht mehr rund. Zunächst in Südafrika nur ein WM-Sekunden-Einsatz ohne Ballkontakt. Dann der Flirt mit dem HSV, auf den in Stuttgart einige Verantwortliche äußerst verschnupft reagiert haben sollen. Es folgte der Fehler im Länderspiel am Mittwoch in Kopenhagen vor dem 1:2 der Dänen. Und jetzt offensichtlich die - sagen wir es in der Fechter-Sprache - »Parade Riposte« von Christian Gross auf Tascis Hamburg-Turtelei.

Natürlich versuchte Gross gestern alle aufkommenden Spekulationen über eine Strafaktion zu entkräften, in dem er auf Tascis Trainingsrückstand durch den WM-Urlaub bis zum 2. August verwies und erklärte: »Er wird stattdessen intensiv trainieren.« Dann ergänzte der Schweizer Coach: »Es liegt in meinem Ermessens-Spielraum, einen Spieler noch draußen zu lassen. Ich bitte darum, daraus keine Polemik zu machen.«

Auch ohne jetzt einen scharfen Meinungsstreit entfachen zu wollen - für Ruhe im Umfeld wird die Trainer-Aktion nicht unbedingt sorgen. Allerdings könnte eine sehenswerte Vorstellung der VfB-Kicker dazu beitragen, das Thema Tasci zu keinem größeren werden zu lassen. Und es bleibt zu hoffen, dass nicht nur die Babelsberger Spieler heute hoch motiviert ihrem Job nachgehen. (fre/dpa)


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