VfB Stuttgart
VfB Stuttgart - Unter dem neuen Trainer Christian Gross spielten die Roten dreimal abends und siegten stets 3:1

Der Flutlicht-Zauber

STUTTGART. Der vor sechs Wochen noch so verzweifelt ums sportliche Überleben kämpfende Patient VfB Stuttgart ist nach dem 3:1-Sieg gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg runter von der Intensivstation. Ob die Schwaben aber tatsächlich auch schon über den Berg sind, werden die nächsten Wochen zeigen. »Notarzt« Christian Gross hat aber zumindest mal Teil eins seiner Rettungs-Aktion erfolgreich bewältigt. Dennoch gibt es für den Schweizer Gross überhaupt keinen Grund, sich entspannt zurückzulehnen: »Es gibt noch viel zu tun«, sagt der VfB-Trainer.

Es läuft: Timo Gebhart gelang in seinem 24. VfB-Spiel der erste Treffer.  FOTO: DPA
Es läuft: Timo Gebhart gelang in seinem 24. VfB-Spiel der erste Treffer. FOTO: dpa
Denn dem 55-Jährigen war trotz vieler positiver Ansätze nicht entgangen, dass sich nach Dzekos Anschlusstreffer zum 1:2 (65.) plötzlich große Löcher in der Stuttgarter Verteidigung auftaten, dazu fast jegliche Mittelfeld-Kontrolle verloren ging. Was auch der wieder mal überragendem Mittelfeld-Chef Sami Khedira trotz aller Freude über den »Aufwärtstrend« kritisch anmerkte: »Über diese Fehler werden wir uns unterhalten.« Auch der gute Delpierre-Vertreter Georg Niedermeier stellte fest: »Wir hatten Glück, dass wir nur ein Gegentor bekommen haben.«

Stets dieselbe Forderung

Das Glück scheint nach monatelanger Abstinenz also mit Christian Gross wieder zurückgekehrt zum VfB Stuttgart. Und diese Erfüllung menschlichen Strebens und Wünschens scheint sich bei Flutlicht besonders intensiv zu entfalten. Denn seit Gross am 9. Dezember 2009 im entscheidenden Champions-League-Gruppenspiel gegen Unirea Urziceni die Premiere als hauptverantwortlicher VfB-Übungsleiter feierte, siegten Khedira und Co. bei künstlichem Licht in den Abendstunden dreimal. Eben gegen jenen rumänischen Meister (Anpfiff 20.45 Uhr), dann zum Hinrunden-Ende gegen 1899 Hoffenheim (18.30 Uhr) und am Samstag zur späten Anstoßzeit um halb sieben. Und ganz am Rande - immer mit demselben Resultat: 3:1. Der VfB Stuttgart - zumindest im Januar 2010 ist nicht von der Hand zu weisen, dass er von einem gewissen Flutlicht-Zauber umgeben ist.

Abstiegsduell in Freiburg

Unterbrochen wurde die schöne Serie bisher lediglich am 13. Dezember beim 1:1 in Mainz. Da erleuchteten die Strahler im Stadion am Bruchweg zwar nach Spielende dem flüchtenden Torhüter Jens Lehmann den Weg, aber beim Anpfiff um 15.30 Uhr war es leider noch taghell. Hoffnung macht jedoch, dass auch die nächste Begegnung der Roten wieder unter Flutlicht stattfindet. Freitag um 20.30 Uhr steigt das baden-württembergische Derby beim kriselnden SC Freiburg. »Da wollen wir wieder einen Schritt nach vorne machen«, gab Bundesliga-Premieren-Torschütze Timo Gebhart die Marschrichtung vor.

VfB-Manager Horst Heldt rief diese Partie zum »absoluten Abstiegsduell« aus. Denn laut Heldt dürfe jetzt bloß keiner denken, dass schon wieder alles in Ordnung sei. Apropos in Ordnung: Keeper Sven Ulreich, der sich gegen Wolfsburg eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, konnte gestern wieder das Krankenhaus verlassen. Also noch ein Patient, dem es besser geht. (GEA)


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