Nöttingen - Reutlingen 1:0 - Eiberger-Ausfall schwächt den SSV. Ehemaliger Türkei-Profi trifft in der 78. Minute
Telle Übeltäter und Torschütze
Von Manfred Kretschmer
NÖTTINGEN. Dritte Niederlage im fünften Saisonspiel die Reutlinger Oberliga-Fußballer zogen beim FC Nöttingen mit 0:1 (0:0) den Kürzeren. Vor 862 Zuschauern im Panoramastadion erzielte der ehemalige Türkei-Profi Metin Telle in der 78. Minute per Kopf nach einer Hereingabe von Ignazio Scozzari das Tor des Abends. »Möglicherweise hätte Telle zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen«, stellte SSV-Trainer Lothar Mattner fest. Geburtstagskind Telle (er wurde 31) leistete sich in der 42. Minute eine üble Attacke gegen Pierre Eiberger. Der Reutlinger Youngster musste daraufhin mit einer Meniskusverletzung vom Platz. Mattner: »Danach hatten wir einen kleinen Bruch in unserem Spiel.«
Der agile Reutlinger Kapitän Andreas Rill (rechts) wird in dieser Szene von seinem Nöttinger Gegenspieler Timo Brenner gestoppt. FOTO: BAUR
Im zweiten Durchgang entwickelte der Oberliga-Spitzenreiter viel Druck und ging deshalb nicht unverdient als Sieger vom Platz. »Nöttingen hat sich nach der Pause besser durchgesetzt«, gab Mattner zu. »Unser Erfolg geht für mich in Ordnung«, sagte der FCN-Kommandogeber und ehemalige Profi des Karlsruher SC, Michael Wittwer.
Nöttingen hatte in der zweiten Hälfte ein Chancenplus, die beiden besten Möglichkeiten in dieser Partie hatte allerdings der SSV. In der zwölften Minute machte sich Andreas Rill nach einem Pass von Efstratios Tzakis auf die Reise, umkurvte zwei Nöttinger Abwehrrecken, scheiterte allerdings frei stehend an Keeper Daniel Jilg. »Da hätte ich das 1:0 für uns machen müssen«, übte Rill hinterher Selbstkritik. Die zweite »Hundertprozentige« für die Nullfünfer hatte in der 90. Minute Maikel Boric. Der stark spielende Abwehrchef Andre Olveira schlug einen Ball in den Nöttinger Strafraum, Julian Grupp setzte per Kopf Boric in Szene, doch dessen Kopfball verfehlte um wenige Zentimeter das Ziel. »Das hätte ein Tor sein müssen«, so Boric, »ich war allerdings ein bisschen überrascht über diese Möglichkeit«.
SSV stürzt auf Platz 15
Im ersten Spielabschnitt zeigten die Nullfünfer eine starke Leistung. Die solide Hintermannschaft ließ lediglich zwei Halbchancen zu, war jedoch ansonsten Herr der Lage. Der dynamische Eiberger, der nach seiner Handverletzung zum ersten Mal in dieser Runde von Beginn an ran durfte, zeigte bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung eine starke Leistung. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass die »jungen Wilden« des SSV um Eiberger und Grupp bereits feste Größen sind.
»In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so aufmerksam«, analysierte Reutlingens Kapitän Manuel Waidmann. »Nöttingen spielte nur lange Bälle, hat es aber in der zweiten Hälfte clever gemacht«, so Rill. Die Folge: Die Gastgeber aus Nordbaden kamen durch Marco Mössner (53. Minute), Riccardo Di Piazza (59.), Dubravko Kolinger (70.), Scozzari (73.) und Telle (77.) zu vielen guten Gelegenheiten, ehe Telle traf und den SSV Reutlingen auf Platz 15 abstürzen ließ. (GEA)