Durlach - Reutlingen 1:2 - Maikel Boric und Andreas Rill treffen beim ersten Auswärtssieg. Zwei Zugänge
Die zwei Gesichter des SSV
Von Manfred Kretschmer
DURLACH. Jubel beim SSV Reutlingen. Dem Fußball-Oberligisten gelang gestern Abend beim ASV Durlach der erste Auswärtssieg in dieser Saison. Beim 2:1 (0:0) waren Maikel Boric (47. Minute) und Andreas Rill (51.) für die Nullfünfer erfolgreich. Durlach kam in der 83. Minute durch Ivica Dzijan zum Anschlusstor. Der SSV brachte seinen zweiten Sieg in Folge unter Dach und Fach, zeigte aber wie bereits beim 1:0 gegen die Spvgg Neckarelz seine zwei Gesichter.
SSV-Torschütze Maikel Boric (vorn, Archivbild) . FOTO: BAUR
»In der ersten Halbzeit sind wir übrhaupt nicht ins Spiel reingekommen«, tadelte Reutlingens Trainer Lothar Mattner. Im zweiten Durchgang präsentierten sich die Mannen um Kapitän Manuel Waidmann 38 Minuten in starker Verfassung, kontrollierten die Partie - und mussten am Ende doch noch zittern. Nach einem Querschläger im eigenen Strafraum kamen die Karlsruher Vorstädter auf 1:2 heran, und im Lager der Gäste begann das große Zittern.
Grupp muss früh vom Feld
»In der ersten Halbzeit haben wir auf dem schwer zu bespielenden Platz nicht das umsetzen können, was wir uns vorgenommen hatten«, erklärte der Ruhe ausstrahlende SSV-Keeper Patrick Gühring. »Zu Beginn hat bei uns die Abstimmung gefehlt«, meinte Timo Seiler, der an der Seite von Andre Olveira erneut ein starkes Innenverteidiger-Duo bildete.
Im ersten Spielabschnitt hatten die Gäste lediglich eine gute Einschussmöglichkeit. Bereits in der ersten Minute steuerte Rill auf das ASV-Gehäuse zu, vergab allerdings kläglich. Danach war enorm viel Sand im SSV-Getriebe. In der gesamten ersten Hälfte wurde lediglich eine Ballstafette über mehrere Stationen notiert. Mattner reagierte und nahm Julian Grupp schon in der 23. Minute vom Feld. »Julian hatte zuletzt eine enorme Belastung und kam überhaupt nicht in die Zweikämpfe«, monierte Mattner, »ich hätte allerdings auch einige andere Spieler vom Platz holen können«. Das Schlusslicht hatte mehr Spielanteile, allerdings durch Patrick Becker (15.), der mit einem Kopfball an Gühring scheiterte, nur eine gute Gelegenheit. »Wir haben Reutlingen in der ersten Halbzeit nicht zur Entfaltung kommen lassen«, meinte Durlachs Trainer Rainer Krieg.
Trainer Mattner wird laut
In der Kabine musste Mattner sein Team »ein bisschen anschreien«. Und prompt wurde es besser. Die Reutlinger Elf kam wie verwandelt aus der Kabine und legte mit einem Doppelschlag den Grundstein für den Erfolg. Zunächst traf Boric nach einer Kombination über Ersah Öztürk und Jeffrey Kyei per Kopfball, dann war Rill nach einer Flanke von Kyei und einer gekonnten »Ablage« von Boric mit einem Linksschuss aus zehn Metern erfolgreich. Für Rill war's bereits das sechste Tor in dieser Oberliga-Saison.
In der Folgezeit hatte der SSV die Partie im Griff, bemühte aber in der 69. Minute Glücksgöttin Fortuna. Nach einer Attacke von Olveira an Murat Cetinkaya entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter, den Christoph Niermaier in den Durlacher Abendhimmel jagte. Nach dem Anschlusstor von Dzijan wäre in der 85. Minute beinahe der Ausgleich gefallen. Ein Schuss von Cetinkaya prallte an den Pfosten. In der Nachspielzeit sah Niermaier wegen Meckerns die rote Karte.
Nach dem Spiel wurde bekannt, dass der SSV zwei Neue hat: Torhüter Luis Rodrigues kommt von den Stuttgarter Kickers und der ehemalige Reutlinger Jugendspieler Wlasios Kotaidis von der TSG Hoffenheim. (GEA)