Reutlingen - Großaspach 1:2 - Führung durch Mehas achten Saisontreffer reicht nicht. Abwehrfehler bestraft
»Durch Dummheit verloren«
VON FRANK PLEYER
REUTLINGEN. Fehlstart in die zweite Saisonhälfte: Das erste Spiel nach der Winterpause brachte den Reutlinger Regionalliga-Fußballern einen herben Dämpfer. Nach einer kämpferisch und vor allem spielerisch über weite Strecken enttäuschenden Leistung kassierten die Gastgeber eine 1:2 (1:1)-Niederlage gegen Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach. »Nach drei Monaten Spielpause dauert es ein bisschen, bis man wieder seinen Rhythmus findet. Die Niederlage ist aber umso bitterer, weil wir es nach schlechtem Beginn versäumt haben, die Führung zu verwalten und letztlich durch eigene Dummheit verloren haben«, kommentierte SSV-Trainer Roland Seitz die Pleite.
Das Vorhaben, mit Einsatz, Tempo und guten Spielzügen die Zuschauer zu überzeugen, konnte nicht annähernd verwirklicht werden. Gerade einmal eine Viertelstunde lang - von der 45. bis zur 60. Minute - agierten die Hausherren so dynamisch und zielstrebig, wie man es die ganze Partie über erwartet hätte. In den restlichen 75 Minuten aber zeigten sich eklatante Mängel im Spielaufbau. Ohne den verletzten Andreas Rill und den nach Frankfurt abgewanderten Sascha Boller war die Kreativ-Abteilung nur ein Schatten ihrer selbst.
Umso überraschender fiel das 1:0. Der Ball landete nach einer Kombination über Alexander Blessin und Anton Makarenko bei Alban Meha. Reutlingens Torjäger legte sich den Ball vom linken auf den rechten Fuß und traf dann mit einem herrlichen Schlenzer - seinem achten Saisontreffer - aus 15 Metern ins Tordreieck (33.). »Das war eine super Aktion von Alban«, zollte Großaspachs Rüdiger Rehm Respekt. Torhüter Kevin Kraus, der zweite Ex-Reutlinger bei den Gästen, war chancenlos.
Doch nur drei Minuten später hatten die Gastgeber die Führung wieder verspielt. Daniel Bogdanovic rutschte weg, Sonnenhofs Torjäger Abedin Krasniqi markierte den Ausgleich (36.). »Diese Führung hätten wir in die Pause bringen müssen«, ärgerte sich nicht nur Blessin über das schnelle Gegentor. Danach kam die beste Phase der Reutlinger: Ein Bogdanovic-Kopfball an die Latte hätte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit die Führung bringen können - ebenso wie der schnelle Angriff über Meha und Makarenko, als der Ukrainer aber nicht schoss, sondern eine Pirouette drehte (47.). Seitz wunderte sich: »Warum versucht er's nicht mit der Hacke?« Kurz darauf konnte es der SSV-Coach nicht fassen, als Makarenko nach Ivan Cosics Pass aus sechs Metern an Kraus scheiterte (54.). Diese vergebenen Chancen sollten sich rächen. Denn nun patzten beim SSV mit Jens Härter und Daniel Bogdanovic beide Innenverteidiger, so dass Nicolo Mazzola keine Mühe hatte, für die Entscheidung zu sorgen (62.). Auch der Kurzeinsatz des wieder einsatzfähigen Marco Tucci brachte keine Wende mehr.
Großaspach war am Schluss, als der SSV hinten aufmachte, dem 3:1 näher als die Reutlinger dem Ausgleich. Blessin: »Jetzt müssen wir schauen, die Punkte auswärts zu holen.« (GEA)