VfB Stuttgart - Manager Heldt will Angebot verbessern. Der Trainer sagt: »So einen finden wir nicht einfach wieder«
Gross sieht Chance bei Cacau
Von Frank Ernst
STUTTGART. Es war ein Sport-Spektakel, was der VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen bei herrlichstem Frühlings-Wetter in der Mercedes-Benz-Arena ablieferten. Statt 2:1 für die Schwaben hätte es auch locker 8:7 ausgehen können. Zwei Torhüter - Jens Lehmann und René Adler - in Galaform verhinderten dies allerdings.
»Mensch Junge, bleib doch hier«, scheint Christian Gross (links) seinem Stürmer Cacau zu sagen. Doch der ziert sich noch.
FOTO: dpa
»Es war sehr spektakulär für die Zuschauer«, resümierte VfB-Trainer Christian Gross nach dem fünften Sieg in Folge, der den Stuttgartern jetzt alle Möglichkeiten gibt, den angestrebten Platz in der Europa League aus eigener Kraft zu erreichen.
Hauptakteur des Fußball-Festivals vor 41 500 Augenzeugen war ein gebürtiger Brasilianer, der eigentlich ab der kommenden Saison nicht mehr das Trikot mit dem roten Brustring tragen will: Jeronimo Maria Barreto, kurz Cacau genannt. Eigentlich. Denn nach dem Spiel entwickelte sich eine Dynamik, die von Minute zu Minute an Intensität gewann.
Viele starke Vorstellungen
Zunächst feierten die Fans in der Cannstatter Kurve den mittlerweile fünffachen deutschen Nationalspieler mit lauten »Cacau«-Rufen. Wenig später ergriff Christian Gross das Wort und lies durchblicken, den Nationalstürmer halten zu wollen: »Solange er noch nicht bei einem anderen Klub unterschrieben hat, besteht vielleicht noch eine Chance.« Konkreter wurde dann Manager Horst Heldt: »Sowohl der Trainer als auch ich wollen, dass Cacau bleibt.« Heldt will in den kommenden Tagen noch mal intensiv mit Cacaus Berater verhandeln. Denn den VfB-Verantwortlichen ist nach den vielen starken Vorstellungen des 29-Jährigen in den letzten Wochen deutlich vor Augen geführt worden, »so einen wie Cacau nicht so einfach wieder zu finden« (Gross). Eine späte Erkenntnis - aber besser spät, als nie.
Zur Erinnerung: »Mangelnde Wertschätzung« bei den Gesprächen über die Verlängerung und Neu-Dotierung seines auslaufenden Kontraktes hatte der ehemalige Spieler von Türk Gücü München den VfB-Bossen vorgeworfen. Darufhin hatte Cacau erklärt, den Verein nach sieben Jahren verlassen zu wollen. Seit Samstag könnte aber ein Umdenken eingeleitet worden sein. Hauptgrund: Die Roten sollen doch bereit sein, Cacau zukünftig in den elitären Kreis der Top-Verdiener aufsteigen zu lassen. Oder wie Horst Heldt sagte: »Nur warme Worte helfen sicher nicht.«
Dann müsste der gläubige Christ (»Gott hilft mit bei allen Dingen«) sich auch keine neue Kirche suchen. In der brasilianisch-deutschen Pfingstgemeinde ist Cacau ein häufig anzutreffender Besucher und greift auch schon mal gerne zur Gitarre. Mit Bundesliga-Kollegen wie Marcelo Bordon (Schalke 04) oder Zé Roberto (HSV) gab es schon die eine oder andere gemeinsame Bet- und Gesangsstunde. Zwar bezeichnete Cacau eine mögliche Vertragsverlängerung beim VfB noch als »Spekulation«, aber er sagte auch, wieder »mit viel mehr Freude zu spielen«. Und das wohl weiter beim VfB Stuttgart. (GEA)